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Katharina Jegg
Theaterleiterin hat das Apollo verlassen

Katharina Jegg: Theaterleiterin hat das Apollo verlassen
Katharina Jegg im Zuschauersaal des Varietés. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Für Katharina Jegg (37) ist im Apollo der letzte Vorhang gefallen. Nach knapp drei Jahren hat sich die Theaterleiterin aus Varieté unter der Rheinkniebrücke verabschiedet.

Sie habe sich "neuen beruflichen Herausforderungen stellen" wollen und gehe auf eigenen Wunsch, heißt es von einem Sprecher. Man habe den Abschied in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Apollo-Chef Bernhard Paul vereinbart. Jegg ist bereits zum 1. Mai ausgeschieden.

Das Varieté soll nun noch stärker die Handschrift der Familie Paul tragen, heißt es aus der Roncalli-Zentrale in Köln. Bernhard Paul übernehme nun persönlich die Theaterleitung und die künstlerische Leitung. Sein Stellvertreter fürs Künstlerische werde Sohn Adrian Paul. Der 26-Jährige hatte im Varieté kürzlich seine erste Regiearbeit "Route 66" vorgestellt. Für den Betrieb vor Ort soll hauptsächlich der langjährige Apollo-Mitarbeiter Ahmed Chakir verantwortlich sein.

Die gebürtige Bayerin Jegg hatte lange auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet, als sie den Job als Theaterleiterin im Apollo übernahm. Der Posten gilt als nicht ganz einfach, denn die Fäden hält der Kölner Zirkusdirektor, der das Varieté vor 20 Jahren gegründet hat, gern selbst in der Hand. Jeggs Vorgänger Ruud Steenhuisen hatte nach gerade einmal zwei Jahren die Segel gestrichen, sein Verhältnis zu Paul galt am Ende als konfliktbeladen. Dazu kommt, dass der Betrieb des Varietés nicht einfach ist: Vor drei Jahren berichtete Paul, dass das Haus sogar ein kleines Minus erwirtschafte, das er ausgleiche. Jegg hatte bereits im Oktober 2015 eine Kündigung eingereicht, damals hieß es, sie wolle wieder zur See fahren. Paul überredete sie damals aber zum Bleiben. Warum sie nun gegangen ist und was ihre Zukunftspläne sind, ist unklar. Aktuell war Jegg nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In die Zeit ihrer Leitung fällt eine größere Renovierung des Varietés, unter anderem wurden Musikanlage, Bühnenbelag und alte Sitzpolster erneuert. Auch die Küche wurde modernisiert - sie spielt inzwischen eine wichtige Rolle. Denn das Apollo hat das Catering vor vier Jahren selbst übernommen, bietet nun eine Kombination aus Speisen und Varieté aus einer Hand.

Die nächsten Schritte will Paul auch bei persönlichen Gesprächen vor Ort klären. Er hat es gerade nicht weit nach Düsseldorf: Roncalli gastiert in Bonn, dazu startet bald in Köln eine Show, die der Zirkus gemeinsam mit der Karnevalsgruppe Höhner produziert hat.

(arl)
 
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