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Julia Stoschek Collection
Viel Prominenz zum doppelten Geburtstag

Julia Stoschek Collection: Viel Prominenz zum doppelten Geburtstag
Sammlerin Julia Stoschek (r.) begrüßte bei der Feier jeden ihrer Gäste persönlich. Unter ihnen war auch die Sängerin Merrill Nisker, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Peaches. FOTO: Sebastian Drueen
Düsseldorf. Ich bin sehr stolz auf das, was wir hier in Düsseldorf aufgebaut haben", sagte Julia Stoschek und strahlte. Auf hohen silberfarbenen Stilettos ganz in Weiß in einem auf die schmale Figur geschnittenen Einteiler des für seine architektonischen Entwürfe bekannten Franzosen Roland Mouret begrüßte die Kunstsammlerin und Industrie-Erbin jeden ihrer Gäste mit entwaffnendem Lächeln und herzlicher Umarmung.

Aus aller Welt waren Familie, Freunde und Weggefährten, Künstler, Museumsdirektoren und Sammler angereist, um in Oberkassel das zehnjährige Bestehen der Julia Stoschek Collection in der von den Berliner Architekten Kuehn Malvezzi umgebauten Rahmenfabrik zu feiern. Und weil die Jubiläumsparty auch genau auf den Geburtstag der Gastgeberin fiel, hatten eifrige Mitarbeiter große Mühe, all die üppigen Blumensträuße und Geschenke zu versorgen.

Es war wieder eine der heiteren und großzügig inszenierten Vernissagen, für die die Sponsorin und Stifterin eines europaweit einmaligen auf Videokunst spezialisierten Ausstellungshauses bekannt ist. Vor einem Jahr hat sie eine Dependance in Berlin eröffnet und ist damit die einzige Privatsammlung, die in beiden Städten vertreten ist. "Solch einen Abend zu inszenieren, das schafft nur Julia", hieß es am Samstagabend. Wer dabei war, darf sich geschmeichelt fühlen. Die 42-Jährige - gern als Peggy Guggenheim der Gegenwart beschrieben - sorgt eben für ein wenig Glanz und Glamour im eher beschaulich-biederen Düsseldorf.

Glenn Lowry (Direktor MoMA), Udo Kittelmann (Direktor Nationalgalerie Berlin) und Cornelia Tischmacher (Galeristin, v.l.) FOTO: Sebastian Drueen

Wo sonst treffen am Rhein weltweit bekannte Künstler wie Marina Abramovic, Doug Aitken, Ed Atkins, Andreas Gursky, Katharina Sieverding und Marcel Odenbach, Glenn Lowry, Klaus Biesenbach und die aparte Angela Goding (alle vom Museum of Modern Art, MoMa, in New York) auf Susanne Gaensheimer (designierte Direktorin der Kunstsammlung NRW), Gregor Jansen (Kunsthalle), Susanne Titz (Museum Abteiberg), Chris Dercon, Intendant Volksbühne Berlin, die Galeristen Judy Lybke und Philomene Magers? Neben den Sammlern Christian und Karen Boros, Anat und Gil Bronner, Verlegerin Angelika Taschen und Fotografin Nina Pohl, Karl Hans Arnold (Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe), Jacob Uecker (Vater Günther ist zu einem Ausstellungsprojekt unterwegs), Gregory Brenninkmeyer (C&A-Dynastie), die Geschwister Max und Marie Mayer waren auch die politischen Reihen vertreten: Jens Spahn (CDU) mit seinem Partner Daniel Funke, Dagmar Rosenfeld und Christian Lindner (FDP, einer der Redner beim Dinner), Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Frau Vera sowie Friedrich Conzen (CDU), dem einst das Fabrikgelände gehörte.

Unter den Künstlern waren etliche, deren Arbeiten auch in der erstmals von einem Videokünstler, dem jungen Briten Ed Atkins, kuratierten Jubiläumsschau "Generation Loss" vertreten sind. Der Clou der Ausstellung besteht in den eigens eingebauten gläsernen Lärmschutzwänden. Betritt man die Räume, sieht man stets zwei Arbeiten nebeneinander oder hintereinander. Von einem Videokabinett lässt sich so ins nächste und übernächste schauen.

Christian Lindner (FDP, l.) und Jens Spahn (CDU) FOTO: Sebastian Drueen

Nach Kunst-Gucken und Champagner-Empfang im Innenhof samt lauschigem Garten bat Julia Stoschek mit Partner Mathias Döpfner (Springer-Vorstandsboss) an ihrer Seite zum Dinner in die mit schwarz-weißen Luftballons geschmückten Privaträume über den Dächern der Stadt. Damit ging die Kunstnacht längst nicht zu Ende: Im Alten Stahlwerk an der Ronsdorfer Straße wurde zu später Stunde noch einmal richtig aufgedreht, Studenten der Kunstakademie kamen in Scharen dazu und sorgten für Stimmung. Selbst nach dem umjubelten Live-Act der kanadischen Sängerin und DJane Merrill Nisker, bekannt als Peaches, ging die Party weiter - bis zum Morgengrauen.

Ob sie das nächste Jubiläum auch in Düsseldorf feiern werde, weiß Julia Stoschek noch nicht. Dem "Tagesspiegel" sagte die Sammlerin, dass sie dauerhaft einen Standort in Berlin etablieren wolle. Sie könne sich einen Neubau vorstellen, "ein Ausstellungshaus für Medienkunst nach meinen Ideen". Dagmar Haas-Pilwat

Ed Atkins (Künstler, l.) und Gavin Brown (Galerist) FOTO: Sebastian Drueen
Quelle: RP
 
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