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Nicola Stratmann
Von der Auszubildenden zur Hotel-Chefin

Nicola Stratmann: Von der Auszubildenden zur Hotel-Chefin
Nicola Stratmann hat einen Arbeitsplatz mit einem einmaligen Ausblick. Von der Restaurant-Terrasse des Tulip Inn blickt man in die Arena. FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Sie schaut nie auf die Uhr, denn sie hat sowieso keine. Trotzdem ist sie pünktlich. Offenbar gehört Nicola Stratmann zu den Menschen, die auch so wissen, wann es wo lang geht. Von Dagmar Haas-Pilwat

So wie damals, als sie nach dem Abitur 166 Bewerbungen geschrieben hat. Denn auch im Hotelfach waren Ausbildungsplätze in den späten 80er Jahren heiß begehrt. Nicola Stratmann wollte kein Studium, aber auf jeden Fall raus aus Dortmund und Karriere machen in internationalen Top-Herbergen. Die Rechnung ging auf: Heute empfängt die Frau mit den Kringellocken die Gäste in ihrem eigenen Hotel.

Das ist in jeder Beziehung speziell - ein Unikat. Das 2007 eröffnete Event & Fair Hotel Tulip Inn liegt auf der grünen Wiese: Ein Haus mit über 24 Tagungsräumen und 288 Zimmern angedockt ans Messegelände und integriert in die Multifunktions-Arena mit dem Blick von der Restaurant-Terrasse ins Hallenoval. "Bei uns wundert sich keiner, wenn an der Rezeption der Business-Mann aus London im Anzug neben dem Sportler im Trainings-Dress aus Lüdenscheid steht", sagt Nicola Stratmann. "Wir sind ein Sportler-, ein Tagungs- und ein Messe-Hotel."

Das Tulip Inn, ein Drei-Sterne-Superior-Hotel, ist Ausrichter unter anderem für die Nacht des Düsseldorfer Sports, Partner von Tischtennis-Rekordmeister Borussia Düsseldorf, Mannschaftshotel und Partner von Fortuna Düsseldorf. "Doch unser Geschäft ist schon herausfordernd. Es verläuft in Wellen, denn wir machen 80 Prozent unseres Umsatzes während der Messen" erklärt die Managerin. Das bedeutet im Sommer eher Flaute, genauso wie in Jahren mit nicht so publikumsstarken Messen. Da sind Ideen gefragt. "Produkte sind austauschbar, die Menschen machen für den Gast den Unterschied", betont die geschäftsführende Gesellschafterin.

Die Westfälin weiß, was sie will und was sie kann. Sie gibt klare Ansagen und hat Teamgeist, aber sie bestimmt das Spiel (Volleyball war als Schülerin ihre Leidenschaft, heute walkt sie morgens in der Früh und sie spielt Golf). Nicht nur in der Branche auch im Kreis ihrer Mitarbeiter fällt sie auf. Sie ist die Einzige, die keinen dunklen Anzug oder ein dunkles Kleid trägt. Sie ist der Boss und erwartet von ihrem Team Zuverlässigkeit und Loyalität. "Den Job kann man nur lieben oder lassen", sagt sie. Ein Arbeitstag von 10 bis 22 Uhr ist normal. Und immer dabei ist Hund Charlie. Der Havaneser begleitet sie täglich auf der Fahrt von Dortmund (dort lebt sie mit ihrem Mann) nach Düsseldorf ins Büro.

Nicola Stratmann, die den Weg vom Azubi zur Direktorin gemeistert hat, bewegt sich gern auf neuen Pfaden. So wie 2010, als mit dem kaufmännischen Partner Tillmann Liedtke das Tulip Inn als Geschäftsführende Gesellschafterin für die nächsten 20 Jahre übernahm. "Die Selbstständigkeit ist ein Traum, der nie wieder aufhört", sagt Nicole Stratmann. Das ist für sie die Freiheit, die sie immer wollte: kein Konzern mehr im Rücken. Kein Druck, ob sie jemals zu alt oder zu teuer für den Job ist.

Quelle: RP
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