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Bronzemedaille Im Eishockey
Walter Köberle und Wolfgang Boos erinnern sich

Düsseldorf. DEG-Urgestein Walter Köberle kannte Simon Stevin nicht. Dabei hat er, natürlich über 100 Ecken, dem belgischen Mathematiker aus dem 16. Jahrhundert irgendwie das "Wunder von Innsbruck" zu verdanken. Stevin führte das Komma in die Mathematik ein und ermöglichte so die Rechnung mit Dezimalstellen. Und so einer Rechnung hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft den Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 1976 zu verdanken. Dank des um 0,041 besseren Torquotienten standen die Deutschen, darunter die beiden DEG-Spieler Köberle und Wolfgang Boos, und nicht die Finnen oder US-Amerikaner auf dem Siegertreppchen.

"Bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, stellte schon jede Deutsche Meisterschaft in den Schatten", erinnert sich Köberle. "Dann noch eine völlig unerwartete Medaille zu bekommen, ist ein einmaliges Erlebnis. Für mich ist die Bronzemedaille wie Gold." Der Bayerische Rundfunk ehrte die "Helden von Innsbruck" anlässlich des 40. Jahrestages mit einer einstündigen Dokumentation. Die DEG lud zur Vorpremiere 32 Vereinsmitglieder und Dauerkarteninhaber ins Jägerzimmer des "Hirschchen" ein.

Mit dabei Köberle und Boos. Und wieder einmal kamen alte Erinnerungen hoch. "Damals gab es zwar ein Olympisches Dorf, aber Männer und Frauen waren durch einen Zaun getrennt. In der Mitte gab es ein Begegnungszentrum. Da hat man sich dann getroffen", so Köberle. "Das ist heute unvorstellbar." Das Ergebnis der zweiten Innsbrucker Spiele - 1964 gab es dort die Olympiapremiere - war eine faustdicke Überraschung. Sämtliche Vorbereitungsspiele hatten Boos, Köberle und Co.

verloren. Sogar gegen den Eishockey-Nobody Rumänien hatte es eine Niederlage gesetzt. "Wir waren in den Medien schon als Eishockey-Deppen und Olympia-Touristen tituliert worden. Aber wir haben ja keine Zeitung gelesen", so Boos augenzwinkernd.

(tino)
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