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Vier Lange Kerls
"Wer groß ist, fällt auf - und hat immer den Überblick"

Vier Lange Kerls: "Wer groß ist, fällt auf - und hat immer den Überblick"
FOTO: Staschik Olaf
Düsseldorf. Wer mit diesen vier sehr groß gewachsenen Männern gesprochen hat, der weiß eins: Die Langen nehmen ihre Größe gelassen! Offenbar sind sie zwar einigen Nickeligkeiten im Leben begegnet, doch unterm Strich ziehen sie aus ihrer unübersehbaren Erscheinung vor allem eins: Selbstbewusstsein.

Ex-OB Dirk Elbers (198 cm), WDR-Moderator Dave Hänsel (203,5 cm), Ex-Klüh-Chef Jobsi Driessen (198 cm) und Kö-Bogen-Investor Stefan Mühling (198,5 cm) gehen durchweg locker um mit dem nicht immer handlichen Gardemaß, das sie schon früh instinktiv lernen ließ, hier und da rechtzeitig den Kopf einzuziehen.

Hänsel (46), mit Kochsendungen im WDR und NDR bekannt geworden und Chef eines Bistros auf dem Carlsplatz, finden wir dort, wo er häufig andere Männer seines Formats trifft: im Schuhladen für Sondergrößen. Weil er für seine unteren Extremitäten Treter in der Größe zwischen 47 und 50 (je nach Marke) braucht, hat er in normalen Geschäften keine Chance. Aber das kennt er schon, es begleitet ihn seit seiner Pubertät: passende Klamotten zu finden. "In meiner Jugend war das besonders schwierig, da gab es oft nur so komische Jacketts mit Lederflecken auf den Ellenbogen - furchtbar!" Doch die Mama half - und nähte ihrem ins Kraut geschossenen langen Lulatsch manches selbst. Sport? Basketball? Nee, grinst Hänsel - er habe Wasserball gespielt, und dabei oft noch Boden unter den Füßen gehabt, während die Gegenspieler längst strampeln mussten. "Das durfte der Schiedsrichter aber nicht sehen." Weiter erzählt er, was die anderen ebenfalls sagen werden: Wer groß ist, hat zwar mehr Überblick, fällt aber immer schnell auf. Das hat auch Nachteile. Sein Bett daheim ist übrigens, wie andere Möbel, eine Sonderanfertigung. Kurioserweise ist sein Auto das derzeit kürzeste auf dem deutschen Markt: ein Smart. Drinnen jedoch ist der Winzling ein Platzwunder, geräumig genug für den riesigen Fahrer.

Da verstaut sich der andere Riese, Jobsi Driessen (69), lieber in einem Wagen der Marke mit dem Stern und fährt deren längste Limousine. 198 cm ist er groß, und das war er fast schon zu seiner Kommunion. "Damals hatte ich einen Kommunionspartner, der war 40 cm kleiner. Pat und Patachon hat man uns gehänselt!", erzählt der frühere Chef von LTU, spätere Klüh-Boss und heutige Geschäftsführer des Wirtschaftsclubs in den Schadow Arkaden. Seine Größe sieht er vor allem positiv: Die Mädchen fanden schon immer hochgewachsene Kerls gut, hat er erlebt, und heute freut es ihn, wie wenig ein paar Kilo zu viel bei ihm auffallen. "Mein Bäuchlein wäre bei einssechzig was anderes," erzählt er. Im Theater und Kino gibt es allerdings oft Zwist mit dahinter sitzenden Menschen. "Könnten Sie sich bitte setzen!", wird da oft gezischt. Die Antwort "Sorry, ich sitze bereits!" finden vermutlich nicht alle so großartig.

Stefan Mühling (51) kennt das. Dass er an seine 198 cm noch ein Komma-fünf anhängt, liegt an der Bundeswehr. Dort nahm man es sehr genau mit der Messung des Rekruten Mühling und stellte fest, dass er eben nicht nur 198 cm, sondern noch fünf Millimeter länger ist. Seitdem führt er diese Größenangabe mit breitem Grinsen. Unwichtig in diesen Höhen. Probleme beim Bund gab es übrigens wegen der Länge nicht - Mühling hatte dort einen Schreibtischjob. Wie auch im normalen Leben lernte er in der Kaserne: Wer groß ist, fällt schneller auf. Beim Antreten war er stets der Längste, stand also in der ersten Reihe ganz rechts, und gewöhnte sich früh daran, nie übersehen zu werden. "Das bringt auch eine gewisse Verpflichtung mit sich," meint er. Wer so sehr auffalle, dürfe später nicht enttäuschen. Frauen mögen Männer solchen Formats, bestätigt er und glaubt an eine genetische Prägung: Größe signalisiere Stärke und Schutz, das ziehe an.

Dirk Elbers (56) sieht das ähnlich. Mit seinen ebenfalls 198 cm war er schon sehr früh kaum zu übersehen. Wurden im Sportunterricht die Mannschaften für Basketball zusammengestellt, spielte er in der ersten Halbzeit in dieser, nachher in der anderen Mannschaft. Weil "der Lange" (so sein Spitzname) natürlich locker an die Körbe kam. Im Tanzkurs legte der spätere Rathaus-Chef Wert auf nicht allzu zierliche Partnerinnen - wegen der Optik. Apropos Optik: Da seine Schuhgröße ebenfalls zwischen 47 und 50 variiert, geht nix einfach so aus dem normalen Schuhgeschäft. Anzüge und Hemden sind bei dem Immobilienfachmann besonders schwer zu kriegen: Elbers ist nicht nur sehr groß, er hat zudem ungewöhnlich lange Arme.

Hans Onkelbach

Quelle: RP
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