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Feuerwehr
Wie die Kfz-Werkstatt ein Leben rettete

Feuerwehr: Wie die Kfz-Werkstatt ein Leben rettete
Ilja Chocholou bedankte sich bei der Düsseldorfer Feuerwehr FOTO: privat
Düsseldorf. Leben zu retten, ist ihr Job. Aber dass ein KfZ-Mechaniker der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr von der Werkstatt an der Hüttenstraße zum Lebensretter in Prag wird, ist doch eher ungewöhnlich. Und hat nicht nur Werkstattmeister Michael Katzwinkel, sondern der ganzen Truppe dickes Lob eingebracht.

Ilja Chocholou arbeitet für den Rettungsdienst Ambulance Meditrans in Prag, sollte eine Knochenmarkspende in Düsseldorf abholen. Doch während er in einem Hotel an der Uni-Klinik übernachtete, brachen Kriminelle den Wagen auf, stahlen eine Kühlbox mit Kühlelementen und Messgeräten.

In der Werkstatt der Feuerwehr wurde die Scheibe notdürftig abgedeckt. FOTO: Feuerwehr

Zum Glück war der zweite Kühlschrank den Dieben zu schwer", sagte Chocholou unserer Zeitung. Das Transplantat konnte also gekühlt transportiert werden. Nur: Bis nach Prag konnte Chocholou mit der zerbrochenen Fensterscheibe nicht mehr fahren. Und die zu ersetzen, sollte bis zum Nachmittag dauern.

Da kam Katzwinkel ins Spiel: "In meiner Not hatte ich mich an die Berufsfeuerwehr gewandt", so Chocholou. Und die ließ den Rettungswagen sofort in die Zentralwerkstatt bringen. Um 7 Uhr klebte Katzwinkel das zerschlagene Fenster fachmännisch mit Folie ab. Anderthalb Stunden später holte Chocholou das Knochenmark, lieferte es um 15 Uhr rechtzeitig in Prag ab. Er sei dankbar für die "sofortige und unkomplizierte Hilfe", aber "dass unter uns Leute leben, die gar keine Grenzen mehr kennen und ein klar erkennbares Einsatzfahrzeug ausrauben", kann der Arzt nicht verstehen. "Gut, dass auf der anderen Seite die Feuerwehr steht, die sofort zur Stelle ist und hilft."

An Feuerwehrchef Peter Albers schrieb Chocholou nach seiner Rückkehr: Dank der Feuerwehr habe die Knochenmarktransplantation pünktlich erfolgen können. "Auch die Beamten der KfZ-Werkstatt retten Leben!"

(dr/sg)
 
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