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Klaudia Zepuntke
Wo sind die Bienen der Bürgermeisterin?

Klaudia Zepuntke: Wo sind die Bienen der Bürgermeisterin?
Klaudia Zepuntke in ihrem Kleingarten: Von ihren zwei Bienenvölkern wurde eines gestohlen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Sie hatte sich so auf den Nachmittag mit ihren Bienen gefreut. Doch als Klaudia Zepuntke am Sonntagnachmittag ihren Kleingarten im Osten der Stadt betrat und merkte, dass gar keine Biene in der Luft war, war ihr schnell klar - die sind weg.

Und so war es auch: 2000 Bienen waren mitsamt den Wabenrahmen verschwunden, ganz offensichtlich gestohlen. "Das Schlimme: Auch die Königin saß auf einem der Rahmen und ist natürlich mit verschwunden", so die SPD-Bürgermeisterin, die sich seit 2013 der Bienenzucht widmet. Und dabei war sie so froh, dass sie das Haupt- und das Ablegervolk gut über den Winter, eine sonst kritische Zeit für die Tiere, gebracht hat.

Die Imkerei liegt in der Familie: Auch der Großvater und der Onkel von Klaudia Zepuntke, beide bereits verstorben, haben schon Bienen gezüchtet. Vor zwei Jahren entschied sie sich auch dazu - zum einen, weil es in der Stadt eine ökologische Bewegung zum Thema Imkerei gab, zum anderen "weil wir gern guten Honig essen". Und den macht sie nun selbst und rechnet mit einer Jahresernte von etwa 30 Kilogramm. Ob daraus in diesem Jahr etwas wird, ist jetzt aber fraglich.

Zum Hauptvolk gehören rund 7000 Bienen, der Ableger war noch kein Jahr alt. "Das waren echt gute Völker, so richtig lebendig."

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Sie vermutet nun, dass die Bienen-Diebe Ahnung von der Imkerei hatten. Denn jemand hat den unverschlossenen Kasten, in dem die Wabenrähmchen stecken, geöffnet, die Holzrahmen schnell rausgenommen, vermutlich in eine mitgebrachte Kiste gesteckt und ist mit ihnen davon gefahren. "Da muss jemand Ahnung gehabt haben", vermutet Klaudia Zepuntke. Der oder die Täter hatten offenbar auch keine Angst: "Die Bienen stechen ja auch schon mal zu." Das ist ihr übrigens auch schon passiert - trotz aller professionellen Ausrüstung mit Mütze, Maske und Smoker, die sie immer dann anzieht, wenn sie sich mit ihrem Hobby beschäftigt.

Sie empfindet die Arbeit mit den Bienen als totale Entspannung. "Bei den Bienen darf man nicht hektisch sein", beschreibt sie. Die Tiere hätten selbst eine besondere Stimmung. "Und wenn sie wild sind, summen und brummen sie ganz laut, dann muss man langsam werden." Vor allem dürfe man keinen Zeitdruck haben. Und so kommt sie selbst gut runter nach allen arbeitsintensiven Terminen als Bürgermeisterin, aber auch in ihrem Hauptberuf in der evangelischen Matthäi-Kirchengemeinde und natürlich als Ratsfrau und Mitglied in zahlreichen Ausschüssen.

Bei der Arbeit mit den Bienen ist sie meist alleine: "Mein Mann Lutz guckt zwar zu, das aber aus der Ferne. Er reagiert allergisch auf jeden Bienenstich."

In den nächsten Wochen will sie jetzt erst einmal eine neue Königin züchten, um dann mit ihr ein neues Ablegervolk aufzubauen. Denn selbst erzeugten Honig soll es bei Familie Zepuntke auch weiterhin geben. Anke Kronemeyer

Quelle: RP
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