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Düsseldorf
Stadtplanerinnen vergleichen Köln und Düsseldorf

Düsseldorf. Die Leiterinnen der Stadtplanungsämter beider Städte sprachen über die Herausforderungen in wachsenden Städten.

Köln und Düsseldorf sind wachsende Städte, es werden mehr Kinder geboren, immer mehr junge Familien wohnen heutzutage lieber in der Stadt als im Umland. Beide Städte brauchen deutlich mehr Wohnraum, die Bautätigkeit muss steigen. Für Düsseldorf beispielsweise wird, unter Berücksichtigung der aktuellen Flüchtlingssituation, prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 mehr als 20.000 neue Wohnungen benötigt werden. Diesen Überblick gab Melanie Kloth, bei der NRW.Bank zuständig für die Wohnungsmarktbeobachtung in Nordrhein-Westfalen, im Rahmen einer Veranstaltung der "Frauen in der Immobilienwirtschaft". Der Verein hatte zur Podiumsdiskussion "Städte von morgen - Herausforderungen und Perspektiven" in die Stadtsparkasse eingeladen. Anne Luise Müller, Leiterin des Stadtplanungsamts Köln, und Ruth Orzessek-Kruppa, Leiterin des Stadtplanungsamts Düsseldorf, sprachen über die Herausforderungen, die sich aus dem Wachstum der beiden Städte ergeben.

In Köln, so Müller, entstehen neue Wohnflächen vorrangig durch Stadtumbau. So wird etwa der linksrheinische Innere Grüngürtel, der sich um die Stadt zieht, bis an den Rhein verlängert. Der derzeit dort ansässige Großmarkt soll verlagert, bezahlbare Wohnungen und eine gute Infrastruktur sollen in den nächsten Jahren geschaffen werden, damit ein neues Stadtquartier, die so genannte Parkstadt Süd, entstehen kann. Wichtig, so Müller, sei bei einem solchen Projekt ein Dialogverfahren mit Bürgern.

In Düsseldorf, so Orzessek-Kruppa, bestehe eine große Herausforderung darin, unter Berücksichtigung des 2013 beschlossenen Handlungskonzepts für den Wohnungsmarkt neuen Wohnraum zu schaffen. Das sieht vor, dass bei Projekten mit mehr als 100 Wohnungen jeweils 20 Prozent Sozialwohnungen und 20 Prozent preisgedämpfte Wohnungen, also Wohnungen mit einer Kaltmiete von maximal 8,50 Euro pro Quadratmeter, entstehen müssen. Ein gutes Beispiel sei das nahezu bezugsfertige Projekt "Living Circle" an der Grafenberger Allee. Der ehemalige Bürokomplex "Thyssen Trade Center" wurde umgebaut, 340 Wohnungen sind entstanden, von denen 20 Prozent zu einem Preis von 8,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Trotz des großen Drucks, neue, bezahlbare Wohnungen zu schaffen, dürfe man die Qualität nicht aus den Augen verlieren, sind sich beide Stadtplanerinnen einig. Baufehler wie in den 1970er Jahren dürften sich nicht wiederholen, finden sie.

(werth)
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