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Angermund
Nachtwächter warnen vor der Pest in Angermund

Angermund: Nachtwächter warnen vor der Pest in Angermund
In historischen Gewändern und ausgestattet mit Hellebarde und Horn führten Georg Hillenbrand und Ferdi Wolff (v.l.) durch Angermund. FOTO: andreas endermann
Angermund. Mit Rollenspielen, Vorträgen und Verköstigungen wurde den Teilnehmern einer Führung der Stadtteil Angermund näher gebracht.

Flackernder Fackelschein erhellte abends die enge Graf-Engelbert-Straße, als plötzlich Hörner erklangen und eine Gruppe von Männern vor der St.-Agnes-Kirche den Weg versperrte. "Die Pest ist in der Stadt!", rief Graf Wilhelm von Spee laut, der von Mitgliedern der Angermunder Schützenbruderschaft bei seiner Warnung unterstützt wurde. Erst unter Geleitschutz der Bruderschaft durften die Bürger ihren Weg fortsetzen.

Was wie eine Szene aus dem Mittelalter anmutete, ereignete sich am Wochenende in Angermund - denn dort waren wieder die historischen Nachtwächter unterwegs. Stilecht in historischen Gewändern und natürlich mit dem typischen Nachtwächterwerkzeug bewaffnet - nicht fehlen durften Laterne, Hellebarde und Horn - führten Hans-Georg Hillenbrand und Ferdi Wolff an zwei Abenden durch ihren Stadtteil. Sie begeisterten insgesamt rund 300 Teilnehmer mit einem vielseitigen Programm.

An diesem wurde schon seit Monaten gefeilt, denn den Gästen, die auch aus anderen Stadtteilen und Städten stammten, sollten viele Überraschungen geboten werden. Station gemacht wurde an vielen Stellen, an denen sachkundige Angermunder über verschiedene Themen referierten, die nicht unbedingt historischen Charakter haben mussten. So informierte die Polizei beispielsweise über Einbruchprävention und die Nachtwächter über aktuelle Bebauungspläne für freie Grundstücke.

In der Begrüßungsrede von Wolff und Hillenbrand ging es beispielsweise um Künstler, die in Angermund gelebt haben wie den Maler Arthur Kampf. Dieser hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte und nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch in Angermund gewohnt. Heute ist dort sogar eine Straße nach ihm benannt. Zur Veranschaulichung wurden einige seiner Gemälde dem Publikum gezeigt.

"Es ist großartig, was es immer für neue Ideen bei der Führung gibt", zeigte sich Helga Konrath begeistert. Seit 1992 lebt sie bereits in Angermund und hat die kleine Führung in den vergangenen Jahren schon oft genießen können. Diesmal hatte diese mehrere Höhepunkte. So hielt an der alten Mühle der amtierende Karnevalsprinz aus Angermund, Peter Moslener, einen Vortrag über die Mühle. Und da er Hobby-Brauer ist, folgten auch Informationen über Bier. Und damit das nicht allzu trocken war, erhielt jeder ein Gläschen Alt.

Bei der letzten Station erreichte die Gruppe am Ende der Graf-Engelbert-Straße den Eingang zur alten Kellnerei. Hier übernahm der Landtagsabgeordnete Olaf Lehne (CDU) die Aufgabe, über die Rolle des Kellners und deren Bedeutung für Angermund zu informieren.

(stt)
 
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