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Angermund
Reise durch die Geschichte Angermunds

Angermund. Zwei Nachtwächter erzählen am Beispiel von historischen Bauten die Geschichte des Stadtteils. Von Simon Schmidt

In der früh herbstlichen Kälte hatten sich am Samstagabend vor dem Tor der Burg Angermund etwa zweihundert Menschen versammelt. Sie waren gekommen, um sich der im siebten Jahr in Folge stattfindenden Nachtwächter-Tour von Ferdi Wolff und Hans-Georg Hillenbrand durch das alte Angermund anzuschließen. Um die Teilnehmer in die Geschichte zurückzuversetzen, waren die beiden Veranstalter in der für Nachtwächter des Mittelalters typischen Tracht aus Filzhut und Mantel gekleidet. Zusätzlich hatten sie eine mittelalterliche Lanze dabei, an der eine Laterne befestigt war.

Nach einem Stück, das Klaus Glocksin auf dem Dudelsack spielte, begrüßten die beiden die Anwesenden mit den Worten "Höret Leute, lasst euch sagen, die Uhr hat Viertel nach Sieben geschlagen". Diese Ansage wiederholten sie vor jeder der sechs Stationen mit der passenden Uhrzeit.

Die im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Burg Angermund, die auch als Kellnerei bekannt ist, war die erste Station durch den historischen Teil des Stadtteils. Die Graf-Engelbert-Straße, früher unter dem Namen Kupfergasse bekannte, enge Straße mit den niedrigen Häusern bildete den Leitfaden für die folgende Führung durch das alte Angermund.

Die Vorbereitungen beginnen im Frühling. Dann wird in drei Sitzungen das Konzept der Nachtwanderung für Angermund ausgearbeitet. Vieles ergebe sich durch die Lage. So wünschten sich die Veranstalter, noch weitere historische Plätze Angermunds auf ihrer Tour zu besuchen, wie beispielsweise das Schloss Heltorf. Aber dies sei aufgrund der Distanz, die die Gruppe zurücklegen müsste, nicht möglich.

Der Mittelpunkt der Führung war die nach einem Brand 1669 neu konstruierte St. Agnes Basilika. Dort gab es ein kleines, aus drei Stücken bestehendes Konzert anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Angermunder Ensembles "Musica Variata". Wurde während den ersten beiden Liedern noch vereinzelt geredet, verstummten alle, als die ersten Töne des irischen Kirchenliedes "Amazing Grace" durch das spärlich beleuchtete Kirchenschiff klangen.

Als letzte Station wurde der stillgelegte Hof "Perpeet" gewählt. Hier wurden in einer alten, durch Kerzen erhellten Scheune einige Plakate aufgehängt, die den Innenraum des Freskensaals von Schloss Heltorf zeigten. Nach der Vorführung einer Tanzgruppe hielt Graf Wilhelm von Spee, verkleidet als sein Vorfahre Carl-Wilhelm von Spee, einen Monolog über die Entstehung des Freskensaals und dessen Bedeutung. "Voriges Jahr hat der Graf zum ersten Mal mitgemacht und wollte dieses Jahr unbedingt wieder dabei sein. So bekommen wir ein bisschen mehr Action. Wer weiß, vielleicht haben wir nächstes Jahr wirklich Ritterspiele", sagte Hans-Georg Hillenbrand.

Quelle: RP
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