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Angermund
RRX: Entscheidung zu Angermund wird vertagt

Angermund. Die Stadtspitze um Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) möchte den Rat dazu bewegen, die Einhausung der Bahnstrecke durch Angermund aufzugeben - die Fraktionen erbitten sich aber Bedenkzeit. Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss folgte daher dem Vorschlag des Vorsitzenden Martin Volkenrath (SPD), die Debatte in den nächsten Sitzungszyklus zu verschieben. Damit würde die Abstimmung im Rat am 22. März erfolgen. Von Arne Lieb

Nur die SPD-Fraktion hat sich bereits für abstimmungsfähig erklärt: Sie will die Einhausung aufgeben, weil sie angesichts der hohen Kosten nicht an eine Finanzierung durch den Bund glaubt. CDU, Grüne und FDP haben sich noch nicht geäußert. Im Ausschuss sollen nun zwei mögliche Kompromisse vorgestellt werden: Eine geländegleiche Einhausung oder eine dritte Schallschutzwand, die eine Verbesserung der von der Bahn favorisierten Planung ergeben könnte.

Die Richtungsentscheidung soll aber nicht noch einmal verschoben werden, um das Großprojekt nicht aufzuhalten, heißt es. Der RRX soll die Anbindung für Pendler erheblich verbessern, daher wird er fraktionsübergreifend unterstützt. CDU-Ratsherr Andreas Auler kritisierte, dass das neue Gutachten am Thema vorbeigehe. Die Prüfer seien fälschlicherweise von einem Betondeckel ausgegangen, der beinahe so hoch wie Lärmschutzwände aus dem Boden ragen würde. "Ein solches Einhausungsbauwerk befürwortet niemand, auch nicht die Initiative Angermund", so Auler in einer Pressemitteilung. Der Verkehrsreferent im OB-Büro, Klaus Lorenz, warb im Ausschuss, die Lösung der Bahn mit Schutzwänden zu akzeptieren. Der Nutzen der Einhausung sei "nicht signifikant größer". Sollte sich die Stadt für diese von der Bürgerinitiative erwünschte Variante einsetzen, sei das ein Weg, der "ungewiss in Dauer und Ausgang" sei.

Die Lärmgegner hatten bereits das Gutachten angezweifelt. Der Ton zwischen Initiative und Stadt ist rauer geworden. Der Leiter des Verkehrsamts, Ingo Pähler, ist verärgert, dass die Initiative eine neue "Kommunikationskultur" fordert - obwohl man seit Jahren einen Kompromiss suche. Darauf reagierten die Lärmgegner nun in einer Mitteilung: Es liege in der Natur der Sache, dass man streite. "Das ist gut und wichtig, da es zeigt, dass um bestmögliche Lösungen gerungen wird", hieß es.

Quelle: RP
 
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