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Angermund
Sanierung der Hubertuskapelle wird teurer

Angermund. Inzwischen wird mit Kosten in Höhe von rund 400.000 Euro gerechnet.

Die Sanierung der kleinen weißen Hubertuskapelle bei Gut Großwinkelhausen gestaltet sich aufwendiger und damit auch teurer als angenommen wurde. Die starken Schäden führen dazu, dass die ursprünglich ermittelten Kosten in Höhe von 320.000 Euro nicht ausreichen werden. Mittlerweile haben sich die Kosten auf rund 400.000 Euro erhöht.

Das Dach und der Dachreiter der Kapelle, die sich im Besitz der Stadt befinden und unter Denkmalschutz stehen, mussten für die Sanierungsarbeiten abgenommen werden. Beide waren stärker beschädigt als zunächst vermutet. "So war vor allem das Gebälk des Daches und des aufgesetzten Reiters durch eingedrungene Feuchtigkeit vom Schimmelpilz befallen. Der Befall wird derzeit von einer Spezialfirma behandelt, so dass Dach und Reiter in absehbarer Zeit wieder aufgesetzt werden können. In diesem Zusammenhang werden dann auch die ebenfalls notwendigen Sanierungsarbeiten an den Giebelwänden vorgenommen", teilt der Förderverein Hubertuskapelle mit. Dieser hatte den Anstoß zur Sanierung des kleinen Gotteshauses gegeben, das jahrelang in Vergessenheit geraten war.

Der Förderverein sammelt nun Spenden, um der Kapelle nach der Sanierung wieder eine passende Ausstattung zu geben, will etwa neue Bänke anschaffen. Im Herbst soll das Gebäude wieder der Öffentlichkeit übergeben werden. Zuvor wird aber eine Nutzungsordnung erarbeitet, die den Umgang der Bevölkerung mit der Kapelle in gemeinsamen Feiern und Festen und als Ziel und Ausgangspunkt etwa für Prozessionen und Wallfahrten regeln soll. "Auch die umliegenden Schützenbruderschaften sind herzlich eingeladen, die Kapelle wieder in die Tradition des christlich geprägten Schützenwesens aufzunehmen. Die Kapelle soll insgesamt wieder ein Ort christlicher Besinnung und öffentlicher Gemeinsamkeit werden", sagt der Förderverein.

Die Hubertuskapelle hat eine lange Geschichte. Sie wurde im 17. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Kapelle am Ende einer Allee errichtet, die auf das Torhaus von Gut Großwinkelhausen ausgerichtet ist. Ursprünglich wurde sie von Jagdgesellschaften genutzt, die sich vor oder nach der Jagd dort versammelten, und ist daher nach dem Schutzpatron der Jäger, dem Heiligen Hubertus, benannt. Sie ist heute das einzige auf Düsseldorfer Stadtgebiet erhaltene Beispiel der früher häufig zu findenden Burgkapellen vor mittelalterlichen oder barocken Rittersitzen. Weitere Infos per E-Mail an siegfried.hoymann@arcor.de.

(brab)
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