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Angermund
Viel Brassel für Angermunder Schützenfest

Angermund. An vielen Stellen sind die Mitglieder des Brasselkommandos der Angermunder Bruderschaft im Einsatz. Sie sorgen für eine prächtige Feier. Von Julia Brabeck

Davon können viele andere Institutionen nur träumen: Eine Truppe mit starken Kerlen, die immer bereit sind zu helfen und anzupacken. Solch eine Truppe, das so genannte Brasselkommando, unterstützt bereits seit vielen Jahrzehnten die Angermunder Bruderschaft. Unter der Leitung ihres Oberbrasselers Wolfgang Stecher werkeln die rund 60 Männer unermüdlich im Hintergrund und sorgen so dafür, dass die Angermunder Jahr für Jahr ein Schützenfest in einem schönen Rahmen feiern können.

Die Aufgaben, die auf das Brasselkommando warten, sind vielfältig und reichen vom Aufbau des Podiums für die Parade, über das Aufstellen der Fahnenstangen und das Dekorieren des Saals bis hin zum Auslegen von 2000 Quadratmetern Bodenfläche in der Sporthalle des TVA, in dem das Schützenfest seit 1972 gefeiert wird. Zudem werden mehrere hundert Birken geschlagen, mit denen die Graf-Engelbert-Straße geschmückt wird und die alte Kellnerei wird von den Schützen illuminiert. Einige der ehrenamtlichen Handwerker nehmen sich für die Arbeit rund um das Schützenfest sogar Urlaub. Um die Arbeiter bei Laune zu halten, ist in dieser arbeitsintensiven Zeit ein fünfköpfiges Kochteam des Brasselkommandos am Start und versorgt die Männer mit Essen und Trinken.

"In diesem Jahr hatten wir noch zusätzlich viel Arbeit, denn das 1962 nachgebaute historische Stadttor wurde letztes Jahr beim Aufbau durch eine Sturmbö zerstört", sagt Wolfgang Stecher. Und das war ausgerechnet das Jahr, in dem Stecher mit seiner Frau Gabi das Königspaar stellte. "Da war beim Festzug schon bei mir Wehmut dabei, dass ich nicht mit der Kutsche durch das Tor fahren konnte." Beim Festumzug am Sonntag in einer Woche ist das aber für das amtierende Königspaar Friedhelm und Roswitha Busch wieder möglich. In rund 200 Stunden haben die Männer, darunter viele Handwerksmeister aus dem Dorf, ein neues Tor mit über sechs Metern Höhe, acht Metern Breite, Zinnen, Fallgittern, Fenstern und Türen gebaut, das am heutigen Samstag am Eingang der historischen Graf-Engelbert-Straße aufgebaut wird. Bei solchen ungewöhnlichen Zusatzarbeiten können die Brasseler auf ihr gutes Netzwerk vertrauen und auch Nicht-Gruppenmitglieder wie Malermeister Bernd Kleinrahm für das Ehrenamt gewinnen. Dieser hat rund 80 Quadratmeter Pressholzpappe sorgfältig bemalt und so dem Torbogen ein schönes Aussehen verliehen.

"Ich gehöre bereits seit 35 Jahren zum Brasselkommando. Mein Vater hat mich damals mitgenommen und mir macht es einfach Freude, gemeinsam etwas zu schaffen", sagt Andreas Rauhe. Bereits nach dem Krieg gab es bei der Angermunder Bruderschaft eine rege Handwerkstruppe. Offiziell gegründet wurde das Kommando aber erst 1961. Damals wurde auch der erste Brasselkönig ausgeschossen und wie es sich bei der kreativen und lustigen Mannschaft gehört, erfolgt dieser Festakt seitdem immer auf ungewöhnliche und unterhaltsame Art. Es wird etwa mit Pfeilen auf Luftballons geworfen, Münzen in Eimer versenkt oder Kerzen mit der Wasserpistole gelöscht, wobei bei den Tüftlern damit stets ein Feuerwerk oder zumindest Sound- oder Lichteffekte verbunden sind.

"Die Kameradschaft ist das, was unser Brasselkommando ausmacht und auch nach so vielen Jahren noch zusammen hält", sagt Stecher, der seit 2003 die Bastler leitet. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen und müssen auch nicht unbedingt handwerkliche Fähigkeiten mitbringen. "Der Wille zu helfen und Spaß an einer Arbeit im Team sollten aber vorhanden sein", sagt der Oberbrasseler.

Quelle: RP
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