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Benrath
300 Jahre alte Gemäuer-Reste entdeckt

Benrath. Bei Arbeiten für eine Grundwasser-Filtrierungsanlage entdeckten Bauarbeiter Reste eines Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert, vermutlich einer alten Schmiede. Nun wird die Stelle durch Archäologen begutachtet. Von Maximilian Krone

Zur Überraschung aller Beteiligten haben Bauarbeiter bei Aushubarbeiten im Schlosspark die Reste eines alten Gemäuers gefunden. Nach der ersten Einschätzung einer Archäologin handelt es sich dabei um eine alte Schmiede, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert.

Die erst vor kurzem, nach vielen Verzögerungen begonnenen Arbeiten für die Grundwasser-Filtrierungsanlage im Benrather Schlosspark kommen damit schon wieder ins Stocken. Denn bis die Untersuchungen an der Stelle abgeschlossen sind, wird an dem Fundament der Anlage sowie der Wasser-Zuleitung zur Itter wohl nicht weitergearbeitet. Derzeit würden die Mauerreste in Abstimmung mit dem zuständigen Amt für Denkmalschutz dokumentiert, heißt es aus dem Umweltamt. Erst danach sollen die Arbeiten unter Berücksichtigung der Funde fortgeführt werden.

Inwiefern es durch die Untersuchungen zu Verzögerungen bei dem Bau der Anlage kommt, ist noch unklar. Nach den letzten Planungen sollte sie im Herbst diesen Jahres in Betrieb gehen. Nötig wurde der Bau wegen Grundwasserverunreinigungen durch chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW). Sie waren in der Vergangenheit durch eine intensive Nutzung von Arealen in Hilden und Düsseldorf durch die Industrie in das Erdreich und somit auch in das Grundwasser gelangt.

Die Anlage ist das nunmehr vierte Projekt zur Beseitigung der Verunreinigung. In Benrath sollen nach Fertigstellung dann bis zu 90 Kubikmeter verschmutztes Grundwasser pro Stunde aus einem nahe gelegenen Brunnen gefördert und gereinigt werden. Dabei kommen ein Mehrschicht-Kiesfilter und ein Aktivkohlefilter zum Einsatz, die die CKW aus dem Grundwasser entfernen. Auf die Gewässer im Schlosspark hat die Maßnahme derweil keine Auswirkungen, da diese eigenständige Wassersysteme seien.

Die Besucher und Anwohner des Schlossparkes müssen während der Bauarbeiten zeitweise mit einem erhöhten Fahrzeugaufkommen und einigen wenigen Einschränkungen auf dem Parkgelände rechnen. Auch der Rad- und Fußweg entlang der Itter wird im Zuge der Arbeiten in Kürze gesperrt.

Eine erhöhte Lärmbelastung durch den Betrieb der Anlage, wie viele Anwohner befürchteten, soll es laut Verwaltung aber weiter nicht geben. Lärm verursachen bei der Anlage hauptsächlich die Pumpen. Bei einer Informationsveranstaltung im Juli des vergangenen Jahres versprach Umweltdezernentin Helga Stulgies, dass die Betriebsdauer der geräuschintensiveren Rückspülpumpen auf 30 Minuten pro Tag beschränkt würden. Zudem sollen die Pumpen von 22 bis 6 Uhr komplett still stehen und somit keinen Lärm verursachen.

Die Anlage läuft allerdings 24 Stunden in der Woche. Damit die Anwohner (die ersten Häuser sind rund 50 Meter entfernt) so wenig wie möglich vom Betrieb der Filtrierungsanlage mitbekommen, werden weitere besonders lärmintensive Teile gesondert schallgedämmt werden.

Quelle: RP
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