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Benrath
Abriss beginnt noch 2016

Benrath. Die neuen Eigentümer der BEA-Brache planen vor dem Beginn der Arbeiten eine Bürgerinformation. Rund 400 Wohnungen entstehen. Von Andrea Röhrig

Über vier Jahre ist es her, dass sich viele Benrather aktiv in die Planungen für das neue Wohnquartier auf der Brache der Firma BEA an der Telleringstraße eingebracht haben. Den Zuschlag im städtebaulichen Wettbewerb bekam das Münchener Büro "Blauwerk" mit seiner Version von einem Quartier mit vier Wohnblöcken, das dazu passend den Namen Mühlenviertel bekam.

Seitdem sind vier Jahre ins Land gegangen, in denen es vom Eigentümer - einem Fonds aus Luxemburg - so gut wie keine Informationen gab: Weder, wann die Abrisskolonne anrückt, noch, wann Baubeginn ist, oder wie der Eigentümer das Areal vor unbefugtem Zutritt schützen will. Immer wieder musste die Feuerwehr ausrücken, um gelegte Brände zu löschen.

Doch nun können Anwohner und potenzielle neue Bewohner Hoffnung schöpfen. Das Areal wurde im Mai von der "Artemis Stadtsanierungsgesellschaft" gekauft. Und dahinter stehen mit Jasmin Kollatsch und Stefan Frey zwei Ansprechpartner, mit denen man unkompliziert ins Gespräch kommen kann. "Als die Meldung, dass wir dort jetzt die rund 400 Wohnungen bauen wollen, in der Zeitung stand, habe ich schon die ersten Anrufer von Nachbarn bekommen, die mir sagten, dass sie gerne dort einziehen wollen", erzählt Kollatsch im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch so weit sei es noch nicht. Mit der Fertigstellung des Projekts rechnet sie für etwa Ende 2019. Anders als die früheren Eigentümer kennt sie übrigens Düsseldorf sehr gut - sie lebt hier und arbeitet Köln. Und besonders gut kennt sie diese Brachfläche in der Paulsmühle, deren Mit-Eigentümerin sie jetzt ist.

Etwa zehn Jahre sei es her, dass sie mit Aldi, die an der Paulsmühlenstraße einen Discounter betreiben, Gespräche über einen Verkauf eines Grundstücks in deren hinteren Bereich gehabt habe. Schon damals ging es um den Bau neuer Wohnungen, von denen Düsseldorf immer noch zu wenig habe, sagt Kollatsch. Doch ein Vertrag kam nie zustande. Als sie dann 2011 erfuhr, dass ein Investor zugeschlagen hatte, hakte sie das Projekt ab. Als die Jahre ins Land zogen und nichts passierte, stand für sie irgendwann fest, das Gespräch mit den Eigentümern zu führen. Diese Verhandlungen zogen sich auch noch mal ein Jahr hin, bis jetzt im Frühjahr die Tinte unter den Schriftstücken trocken war.

Derzeit ist sie mit ihrem Partner dabei, Architekten-Teams auszuwählen. Rund 400 Wohnungen sind auf dem Areal geplant. Davon 54 öffentlich geförderte sowie 45 im preisgedämpften Bereich. Diese Vereinbarung entstammt aus einer Zeit, bevor es das Handlungskonzept Wohnen gab. Dieses sieht bei Neubauprojekten vor, dass für 40 Prozent der Wohnungen eine Mietbegrenzung gilt.

Noch in diesem Jahr sollen die Benrather sehen, dass der neue Eigentümer es ernst meint: "Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir dieses Jahr mit dem Abriss beginnen", sagt Kollatsch. Dafür werde derzeit das Abbruch-Konzept erarbeitet. "Bevor es los geht, werden wir auf jeden Fall eine Informationsveranstaltung für die Bürger machen." Ihr sei es wichtig, dass die Nachbarn mit dem Projekt ein Gesicht verbänden. Die werden diesen neuen Ansatz sicherlich dankbar aufnehmen.

Quelle: RP
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