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Benrath
Bewerber für Markt sind laut Stadt Mangelware

Benrath. Bezirkspolitiker fordern mehr Werbung für den Benrather Markt und eine Attraktivitätssteigerung. Von Birgit Wanninger

So recht weiß Melina Schulze nicht, was sie sie nun glauben soll. Als Bezirksvertreterin der CDU wollte sie in der Bezirksvertretung (BV) 9 erfahren, ob es eine Warteliste für Händler auf dem Benrather gibt und wie die Voraussetzungen für wartende Händler sind.

Diese Anfrage hat die Verwaltung eindeutig mit "Nein" beantwortet. "Ich verstehe das nicht", sagt Schulze, denn immer wieder hört sie, dass sich Händler bewerben, aber nie einen Bescheid bekommen hätten. Auch Udo Skalnik (SPD), Stellvertretender Bezirksbürgermeister, hört immer wieder von abgelehnten Bewerbern. "Ich kann das aber leider nicht überprüfen", sagt er und bleibt skeptisch. Außerdem kann er nicht verstehen, dass beispielsweise auf dem Oberbilker Markt reger Betrieb herrscht. "Auch mit Imbissbuden wie einem Inder und einem Dönermann", sagt er und fragt: "Warum ist das in Benrath nicht möglich?" Schulze wiederum wünscht sich auch Händler wie früher den Taschenmann, einer der Batterien austauscht oder einen Scherenschleifer. Aber angeblich sei der Markt nur für Nahrungsmittel. "Warum?" fragt sie. Wichtig sei doch, dass Betrieb auf den Markt herrsche, der zu Benrath genauso gehöre wie das Schloss.

Denn trotz aller Schönrederei steht fest: Die Belegung des Marktplatzes lässt zu wünschen übrig. Gestern waren nur die Currywurstbude von André Goldenstein, der Blumenstand von Heidi Neuhaus geöffnet und der Stadtbäcker, der um 14 Uhr schloss.

"Es ist mal wieder nichts los", sagt Schulze, die auch Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB) ist: Die Antwort der Verwaltung habe sie nicht richtig befriedigt. Die hatte ein mehrseitiges Schreiben am Tag der BV-Sitzung vorgelegt - eine Zusammenfassung dessen, was in der Vergangenheit passiert war. "Eine Fleißarbeit", nennt es Schulze und ist froh, überhaupt so eine ausführliche Antwort bekommen zu haben. Schulze stellt aber enttäuscht fest: "Gespräche haben bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Fakten gebracht."

Der Erdbeermann sei wieder weg, und dass der Fischhändler nur einen Tag gekommen sei. "Nach einem Probetag hat sich der Händler gegen den Wochenmarkt in Benrath entschieden, da die Umsätze dort nicht reichten", heißt es in dem Schreiben der Verwaltung.

Melina Schulze schüttelt nur mit dem Kopf. Nach einem Tag könne man noch kein Resümee ziehen, zumal es an dem Tag heiß war, der Fischwagen in der Sonne stand und die Kunden völlig überrascht gewesen seien. "Keiner wusste, dass es einen Fischstand gibt. Da muss man doch vorher Werbung machen - per Facebook, mit Flyern", zählt sie auf und denkt an viele Möglichkeiten, um Werbung zu machen.

Es sei aber nicht Aufgabe von Privatleuten oder von den Bezirkspolitiker, die Arbeit des Marktamtes zu übernehmen, meint Udo Skalnik. Er wehrt sich vehement gegen die Aussage der Verwaltung "dass Änderungswünsche der Bezirksvertretung nach Mitteilung gerne auf Realisierbarkeit geprüft und umgesetzt werden. Und falls eine Änderung der Öffnungszeiten gewünscht ist, hierzu der Beschluss der Bezirksvertretung erforderlich ist. Jetzt versuche die Verwaltung, den Stadtteilpolitikern den Schwarzen Peter zuzuschieben, sagt der pensionierte Sport-Amtsleiter Skalnik. "Die Verwaltung muss Vorschläge machen. Wir warten darauf, nicht umgekehrt."

Auch Melina Schulze wartet immer noch: Auf die vor zwei Jahren beschlossenen Planken für den Brunnen.

Quelle: RP
 
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