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Benrath
Blühendes im Benrather Schlosspark erkundet

Benrath. Dicke Anoraks und derbe Schuhe sind angesagt. Schon auf den ersten Blick sieht die Gruppe, die vor dem Naturkundemuseum wartet, wetterfest aus. Das Wetter ist nur eine Randnotiz, denn es geht um Wissenswertes zur Flora, angereichert mit humorigen Kommentaren der Fachfrau Regina Thebud-Lassak. Rund 40 Teilnehmer erkunden mit ihr am Osterwochenende den Benrather Schlosspark. Von Beate Gostincar-Walther

Die Biologin stapft mitten in die Botanik und pflückt eine Anemone. Gleich dabei der deutliche Hinweis, dass Blumenpflücken allgemein keinesfalls erlaubt sei. Sie dürfe das nur zu Erläuterungswecken. Die Anemone, oft mit dem ihr ähnlich sehenden Buschwindröschen verwechselt, wandert ins Knopfloch eines Teilnehmers. "Wir wollten nicht zuhause hocken, sondern etwas im Freien unternehmen", meint Cathrin Papay, die mit ihrer Mutter aus Meerbusch gekommen ist.

Im Gänsemarsch geht es um die Ecke: Es gibt so vieles Spannendes zu entdecken. Die leuchtenden Azaleen hinter dem Naturkundemuseum locken als Fotomotiv - selbst ohne Sonnenlicht. Regina Thebud-Lassak weist auf Exoten wie Zeder oder Sumpfzypresse und erklärt vertraute Einheimische wie Sternmagnolien und Ehrenpreis, von dem es nicht weniger als 40 Arten gibt. "Das Scharbockskraut beinhaltet Vitamin C. Es wurde früher auf Schiffen gezogen, damit die Seefahrer keinen Skorbut bekamen, das ist eine Mangelerkrankung", erklärt sie ihren gespannt folgenden Teilnehmern . "Und das hier ist...", setzt die Biologin zur Erklärung an "...Wiesenschaumkraut", tönt es im Chor von den Teilnehmern. Dass es sich dabei um ein essbares Wildgemüse handelt, ist allseits bekannt. "Aber nur vor der Blüte, wenn das Kraut schießt, dann schmeckt es nicht", erläutert Regina Thebud-Lassak. "Ich habe heute etliches dazugelernt. Wenn ich jetzt einen Spaziergang mache, weiß ich, was ich sehe", meint Siegfried Scheider aus Krefeld. Als Rentner habe er nun Zeit für solche Führungen.

Um die nächste Ecke wartet eine prächtige Eibe. "Wenn ein Pferd nur einen Zweig davon frisst, geht es in die ewigen Pferdejagdgründe ein", erklärt die Biologin und demonstriert, welche Zweiglänge dazu ausreicht. Die Eibe sei so etwas wie der "Giftpilz" unter den Bäumen.

Weiter geht's zu echten Pilzen, die sich an zartgrünen Linden eingenistet haben: dem Zunderschwamm. "Er dringt an Schwachstellen gesunder Bäume ein, der Baum fault von innen, es kommt zum Splitterbruch", erklärt Thebud-Lassak. "Ich habe zuhause eine Baumscheibe bepflanzt. Da fressen die Kaninchen alles weg", fügt Edeltraud Vierbücher zum Thema Schädlinge hinzu. Die Teilnehmer nicken.

Quelle: RP
 
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