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Benrath
Cl-An Barthelmess wird 80

Benrath. Der Urdenbacher Künstler ist ein Multitalent - immer auf der Suche nach neuen Kunst-Genre. Von Bernd Schuknecht

Cl-An Barthelmess zählt sicher zu den profiliertesten Künstlern und engagiertesten Kunstvermittlern und neben seiner Profession auch zu den aktivsten Kulturförderern der Stadt. Am Montag, 12. September, feiert er mit geladenen Gästen, Freunden und Mitstreitern vieler Initiativen, im Festsaal der Orangerie, unweit seines einstigen Elternhauses, seinen 80. Geburtstag.

Barthelmess, Spross einer alten Düsseldorfer Künstlerfamilie, wurde zwar als ,,Frühchen" im Theresienhospital in der Altstadt geboren, wuchs jedoch in einem längst abgerissenen Anbau des rechten Brückenturms nahe der Orangerie auf. Dort hatte sein Vater Claus Rudolf Barthelmess, renommierter Bildhauer und Keramiker, der am Bauhaus in Weimar studiert hatte, Wohn- und Arbeitsbereiche zur Verfügung gestellt bekommen.

Seine Tätigkeit erfolgte auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Benrath, die das Töpferhandwerk, das damals eigentlich in Urdenbach beheimatet war, neu aktivieren wollte. ,,Doch 1933 wurde mein Vater von den Nazis als sogenannter entarteter Künstler eingestuft, was mit einem Arbeitsverbot einherging", sagt Cl-An Barthelmess.

Fortan stand mehr die Restaurierung des alten Kauffahrteihofs aus dem Jahre 1713 im Vordergrund. Das Haus an der Urdenbacher Dorfstraße hatte Vater Barthelmess erwerben können. Cl-An Barthelmess absolvierte zunächst eine Töpferlehre bei seinem Vater, studierte dann bei Gerhard Kadow an der Werkkunstschule in Krefeld und anschließend bei Ludwig Gies an der Werkschule in Köln.

,,Alles!", antwortet Barthelmess auf die Frage, was er denn mit heutigem Kenntnisstand in seinem Künstlerleben anders gemacht hätte. Das klingt provokant, darf aber nicht zu dem Umkehrschluss verführen, dass Barthelmess nicht zufrieden ist, mit dem was er bisher geleistet hat. ,,Viel habe ich dabei meiner Frau Anita zu verdanken", so der Vater von zwei Söhnen aus erster Ehe und Großvater von fünf Enkeln.

,,Neugier ist die Prämisse allen Schaffens" lautet Barthelmess' Wahlspruch - und Neugier besaß er immer reichlich. Sie trieb das künstlerische Multitalent zu immer neuen Kunst-Genres. Er arbeitet als Keramiker, Bildhauer, Fotokünstler, Maler und Architekt, entwickelt neue Darstellungsformen mit neuen Materialien, kombiniert Fotografie mit Malerei. Wie zukunftsorientiert er bisweilen dachte, bewies eine Keramik am Giebel eines Postgebäudes an der Herzogstraße, die das Bild eines zu jener Zeit noch kaum bekannten integrierten Schaltkreises zeigte. Ferner entwarf er auch Theatersäle, und letztlich gelang ihm beim Ausbau des eigenen Hofes eine beispielhafte Verbindung von Historie und Moderne. Seine Arbeiten sind im In- und Ausland zu sehen, im Süden zieht vor allem der ,,Rheinschauer", unweit der Rheinterrasse, die Blicke auf sich.

Barthelmess gab gern sein Wisssen weiter, im Rahmen der Erwachsenbildung, als Dozent an der Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Universität Bonn. Aber er war nicht nur praktizierender Künstler und Lehrer, sondern er engagierte sich auch für die Kunstszene der Stadt, auf politischer Ebene im Kunstbeirat sowie auf Vereinsebene im Benrather Kulturkreis und im Freundeskreis des Hetjens-Museums - Deutsches Keramikmuseum, dessen Ehrenvorsitzender er ist. Umso verärgerter war er, dass trotz des frühzeitigen Engagements des Freundeskreise die Ausrichtung seiner Geburtstagsfeier im Hetjens-Museum nicht ermöglicht werden konnte. Jetzt feiert Cl-An Barthelmess im Süden, und das ist auch gut so.

Quelle: RP
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