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Benrath
Das letzte Sportfachgeschäft im Stadt-Süden schließt

Benrath. Lutz Aschmoneit schließt zum 30. Juni seinen Laden an der Cäcilienstraße. Der 63-Jährige will kürzer treten. Von Andrea Röhrig

Vom Gymastikschläppchen über Fußballschuhe bis zur Wanderhose - es gibt eigentlich nichts, was es bei Sport Aschmoneit in Benrath nicht gibt oder besser gesagt "gab". Denn zum Monatsende ist Schluss für Lutz Aschmoneit und sein Verkaufsteam - nach 32 Jahren am Standort Benrath. Zählt man die Anfangsjahre in Holthausen dazu sind es sogar 37 Jahre.

Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen. Am ersten Tag öffnete das Geschäft um 7 Uhr. "Es hat einige Mütter gegeben, die mit ihren Kindern schon vor der Schule bei uns eingekauft haben", erzählt Lutz Aschmoneit. Noch bis zum 30. Juni hat er Zeit, sich von seinen vielen Stammkunden zu verabschieden. Ob allerdings noch viel Ware am letzten Verkaufstag im Geschäft hängen wird - wahrscheinlich nicht. Denn dort herrscht derzeit rund um die Uhr Hochbetrieb. Und so sind die letzten Verkaufstage vor der Rente nun noch einmal besonders arbeitsreich

Eigentlich hatte Lutz Aschmoneit schon mit 60 - also vor drei Jahren - mit Arbeiten aufhören wollen: "Das hatte ich mir vor vielen Jahren so ausgerechnet." Doch dann kam es anders. Was er aber nicht schlimm findet, denn "ich habe immer gerne gearbeitet." Und deshalb will er seinen Großhandel vor allem für Schwimmbekleidung weiterführen.

Außerdem gibt es ja da auch noch sein Hobby, die Musik. Mit seinen beiden Brüdern, einem Schwager und einem Bekannten bildet der Benrather die Band "9 1/2". Und mit der startet der 63-Jährige jetzt gerade durch. Aktuell wird an einer neuen CD gearbeitet, die zu Karneval herauskommen soll. Doch dieses Hobby soll Hobby bleiben und nicht wie beim anderen Hobby wieder zur Arbeit werden. Denn eigentlich hat Lutz Aschmoneit Elektrotechnik studiert und Schaltschränke konstruiert. Hobbymäßig kickte er, zuerst bei Tura Holthausen - seinem Heimatverein - und danach bei der Turu.

Als dann 1975 aus Tura Holthausen und dem SC Reisholz der Großverein SFD '75 entstand, witterte Aschmoneit die Chance, seine Leidenschaft, den Sport, zum Beruf zu machen. Naheliegend, dass das erste von seinen zwischenzeitlich vier Sportgeschäften in Holthausen eröffnete. Einer seiner damaligen Kunden war der damals 14-jährige Uwe Kamps, der bei Tura Holthausen das Kicken lernet. Die Mönchengladbacher Torwartlegende und Aschmoneit sind heute noch gut befreundet. Auf die Frage, wohin er denn nun seine Kunden schickt, weiß der 63-Jährige keine Antwort: "Ich habe das letzte Sportfachgeschäft im Düsseldorfer Süden." Für die Räume an der Cäcilienstraße 20 hat Lutz Aschmoneit keinen Einzelhandels-Nachfolger gesucht: "Das Geschäft ist mit seinen 75 Quadratmetern zu klein." Vor allem für ein Sportgeschäft. Unter 400 Quadratmeter rentiert sich das heutzutage nicht mehr. Stattdessen hat Aschmoneit, dem das Haus gehört, an das Fitness-Unternehmen Bodystreet vermietet.

Quelle: RP
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