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Benrath
Deo-Alarm am Schulzentrum

Benrath. Mit einem Großaufgebot rückte die Feuerwehr gestern an die Hospitalstraße aus. In einem Realschul-Klassenraum war wahrscheinlich Deo freigesetzt worden. Zwei Kinder wurden vom Notarzt untersucht, es fehlte ihnen aber nichts. Von Andrea Röhrig

Im Schulzentrum an der Hospitalstraße herrschte gestern Mittag große Aufregung. Mit einem Großaufgebot war die Feuerwehr gegen 12.30 Uhr angerückt, weil bei der Alarmierung nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Reizgas in einem Klassenzimmer der Realschule versprüht worden war. Unter anderem waren ein Löschzug, der ABC-Zug sowie zwei Notärzte in Marsch gesetzt worden.

Doch schnell stellte sich heraus, dass wohl kein Reizgas, sondern sehr wahrscheinlich ein Deodorant in dem Klassenzimmer von einem Schüler selbst versprüht worden war. Die 28 Kinder hatten zu dem Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr den Raum schon mit der Lehrkraft verlassen, hieß es vor Ort.

Nach Angaben des Einsatzleiters hatten 21 Kinder über leichte Kopfschmerzen geklagt. Zwei Schüler sind nach Angaben des städtischen Presseamtes vom Arzt untersucht worden. Es sei nichts festgestellt worden, so dass keines der Kinder ambulant oder stationär im Krankenhaus habe behandelt werden müssen. Damit die Schüler nach dem Erlebnis nicht alleine nach Hause gehen mussten, wurden sie im Sekretariat von der Schulleitung betreut und im Anschluss von ihren Eltern im Empfang genommen. Nach Informationen unserer Redaktion haben die Schüler wohl zum Zeitpunkt der Alarmierung eine Klassenarbeit geschrieben.

Die Feuerwehr sperrte das betroffene Gebäude für den Schulbetrieb und lüftete den Raum durch. Bevor er wieder freigegeben wurde, wurde von einem Feuerwehrmann die Raumluft auf noch vorhandene reizende Inhaltsstoffe getestet.

Auf dem Schulhof beobachteten dutzende Realschüler den Einsatz von Feuerwehr und Polizei. Derweil ging der Unterricht sowohl im Schloßgymnasium, das sich das Schulzentrum mit der Realschule teilt, als auch bei der benachbarten Hauptschule normal weiter. Gegen 14.10 Uhr war der Einsatz beendet; die Einsatzkräfte rückten wieder ab. Einige von ihnen unterstützten einen großen Rettungseinsatz an einer Realschule in Meerbusch-Osterrath, der seit 11.30 Uhr lief. Mutmaßlich Pfefferspray hatte dort ein Schüler in der Pausenhalle versprüht. 28 Schüler wurden mit Reizungen der Atemwege oder der Augen in Krankenhäuser gebracht.

Bei der Polizei verweist man darauf, dass der Vorfall in Benrath strafrechtlich eher nicht relevant sei. Allerdings warnte man vor Nachahmungstaten. Unbenommen davon könnten dem Verursacher schulrechtliche Konsequenzen drohen, wenn er das Deo extra freigesetzt hat. Immer wieder kommt es vor, dass vermeintliche Witzbolde mit unsachgemäßem Gebrauch von Deospray Alarm auslösen. Von Atemproblemen bis zu Brandverletzungen reicht das Repertoire.

Quelle: RP
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