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Benrath
Der Kuppel- wurde zum Kuschelsaal

Benrath. Die Hofmusik startete mit ihrer neuen Musik-Reihe "Schluppenkonzerte" für Kinder. Von Horst Schaumann

Der große Kuppelsaal des Benrather Schlosses wurde zum Kuschelsaal. Auf Teppichen und Sitzkissen saßen in der ersten Reihe die Kinder, für die ein Konzert der besonderen Art gegeben wurde.

Am Freitag und Samstag hatte die Neue Düsseldorfer Hofmusik ihr 5. Wandelkonzert zum Thema "Musik hinter verschlossenen Türen" gegeben. Werke von Cannabich, Wendling, Richter und Toeschi für Flöte und Streicher wurden gespielt, eine Reverenz an Kurfürst Carl Theodor. Der hatte selbst Flöte und Cello gespielt und oft mit seinen Musikern zusammen musiziert.

Am Sonntag nun gaben die Musiker den Kindern die Ehre und spielten für sie Teile des abendlichen Programms. Moderiert wurde das allererste "Schluppenkonzert" von Ulrike Neukamm, die in Köln seit 2006 die "Sockenkonzerte" für Kinder organisiert. Schon 72 Konzerte mit unterschiedlichsten Künstlern hat sie durchgeführt und weiß als freischaffende Oboistin und Mutter, wie man Kinder an die Musik heranführen kann.

Die Kinder klatschten den Musikern einen Auftrittsapplaus entgegen, dem sich Michael Schmidt-Casdorff (Traversflöte), Mary Utiger (Violine), Florian Schulte (Viola) und Nicholas Selo (Violoncello) nicht entziehen konnten. Mit einem "Affetuoso" aus Cannabichs Quartett in F zogen sie Augen und Ohren der Kinder ganz auf sich. Ein kleines Mädchen im Schneidersitz dirigierte mit, andere Kinder stützten das Kinn auf die Hände und ließen dabei die Augen nicht von den Händen der Musiker, die über die Saiten und Flötenlöcher flitzten. Die Moderatorin erzählte vom jungen Carl Theodor, der ab dem achten Lebensjahr auf seine Kurfürstenwürde vorbereitet wurde. Den achtjährigen Zuhörer Anton machte sie mit Perücke, Jabot, Weste und Gehrock zum fürstlichen Nachwuchs, setzte ihn auf einen Stuhl neben den Flötisten. Im Dialog mit den Kindern klärte Neukamm auf, was ein werdender Kurfürst alles zu lernen hatte. Nicht nur Sprachen und Mathematik, auch Instrumente spielen und reiten musste er lernen. Das Reitmotiv malten Casdorff und Utiger mit Violine und Flöte mit einem "Allegro" von Richter aus.

Mit großem goldenen Schlüssel und kleineren Schlüsseln am Band wurden aus anderen Kindern Kammerdiener der Instrumentalisten, durften direkt neben ihnen stehen. Andere kuschelten sich derweil in Papas Arme und lauschten der Musik. Nach einem "Presto" von Toeschi gabs von den kleinen und großen Zuhörern viel Applaus für ein kindgerechtes Konzert von ausgezeichneten Solisten. Man kann sich schon aufs nächste Schluppenkonzert am 13. September freuen.

Quelle: RP
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