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Benrath
Der neue Geschäftsführer

Benrath. Bernd Fugelsang möchte mit seinem neuen Amt die Heimatgemeinschaft Groß-Benrath verjüngen. Außerdem hat der Musiker und ehemalige Personalmanager zahlreiche Ideen. Von Birgit Wanninger

Er ist mit 47 Jahren der Jüngste bei der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath - und das bei mehr als 300 Mitgliedern. Seit vergangener Woche ist Bernd Fugelsang auch Vorstandsmitglied des Heimatvereins. Er wurde auf der Jahresversammlung, bei der es teilweise sehr kontrovers herging, zum neuen Geschäftsführer gewählt und erhielt 43 von 50 Stimmen.

Der studierte Musiker sieht seine Wahl als einen Neuanfang für die Heimatgemeinschaft. Alte Seilschaften, die es früher gegeben hat, spielen nach den Neuwahlen keine Rolle mehr. Unbefangen geht der Vater von vier Kindern jetzt an die Arbeit. Und er hat sich viel vorgenommen und sprudelt nur so vor Ideen.

Ein Heimatfest im Sommer möchte er veranstalten, neue musikalische Akzente setzen - ohne aber die Traditionsveranstaltungen wie den Volkstrauertag und die Nikolausfeier außer acht zu lassen. So steht auch das Thema "Verjüngungskur" auf seiner Agenda. Fugelsang möchte keinen Ü60-Club, sondern neue Mitglieder anwerben. Denn jeder, der in Benrath und Umgebung wohnt, habe doch sicher - wie auch er - ein Heimatempfinden und könnte die Heimatgemeinschaft unterstützen.

Er ist, wie er sagt, angekommen. Der gebürtige Düsseldorfer, der in Bilk aufgewachsen ist, ging aufs Geschwister-Scholl-Gymnasium und studierte an der Robert-Schumann-Hochschule Musik. Vor fünf Jahren ist er nach Benrath gezogen. "Und hier fühle ich mich endlich zuhause", sagt Fugelsang, der nach seinem Studium bei den Düsseldorfer Symphonikern unter anderen als Oboist spielte, bevor er (nach einer halbjährigen Auszeit in Israel) neu anfing. Im Personalmanagement und es dort bis zum Niederlassungsleiter schaffte. "Doch man hört nie, auf Musiker zu sein", sagt er. Deshalb bewarb er sich vor zwölf Jahren bei der Bundeswehr - fürs Musikkorps. Stationiert ist er in Siegburg. Und so pendelt Fugelsang täglich, während seine Frau, ebenfalls Musikerin, in Düsseldorf tätig ist. Da kam für das Ehepaar nur eine Wohnung im Düsseldorf Süden in Frage. "Und Benrath ist so schön", erklärt Fugelsang, der mit dem Musikkorps auch viel auf Konzertreisen unterwegs ist.

"Seit ich in Benrath wohne, hat der Begriff Heimat für mich wieder eine andere Qualität bekommen", erzählt er, warum er der Heimatgemeinschaft beigetreten ist. An einen Vorstandsposten dachte er dabei nicht. Doch dann brauchte das Team um die Vorsitzende Marianne Holle Hilfe, als es um das Sommerfest ging, weil die Geschäftsführerin hingeschmissen hatte. Also half der 47-Jährige und packte mit an. Fugelsang kann gut organisieren, das hat er als Personalmanager bewiesen. Und er ist gradlinig und bekannt für offene Worte. Das zeigte er bei der Jahresversammlung, als er Kritik an der Arbeit ehemaliger Vorstandsmitglieder übte. Das Team, das das Sommerfest vorbereitet hat, war ihm sofort sympathisch. Und so sagte er nicht Nein, als ihn Marianne Holle fragte, ob er für einen Vorstandsposten zur Verfügung stünde.

Er weiß, dass als Geschäftsführer einiges an Arbeit auf ihn zukommt. Aber es bleibt immer noch Zeit für seine Leidenschaft: die Musik. Denn so ganz nebenbei hat Fugelsang noch während seiner Arbeit ein Studium zum Dirigenten absolviert und ist inzwischen musikalischer Leiter der Camerata Louis Spohr. Vor drei Jahren feierte er mit seinem Orchester sein Debüt in der Tonhalle. Er durfte das Abschlusskonzert zur 725-Jahr-Feier dirigieren, und am Samstag, 10. Oktober dirigiert er wieder in der Tonhalle. Dann bekommt er gemeinsam mit seiner Frau Estelle Spohr die Norbert-Burgmüller-Plakette verliehen.

Auf die musikalischen Veranstaltungen, die Fugelsang in Benrath plant - sicherlich auch mit seinem Orchester - dürfen sich die Musikliebhaber schon jetzt freuen.

Quelle: RP
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