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Benrath
Die "Benrather Tüte" ist umgezogen

Benrath. Die Lebensmittelausgabe für Bedürftige fand jetzt zum ersten Mal im Arndtsaal der Dankeskirche statt. Von Marie Dawin

In der Benrather Dankeskirche stapelten sich am Dienstagmittag die Lebensmittel. Zwischen Obst, Gemüse und Co. lassen sich sogar ein paar frische Schnittblumen finden. "Gerade ist es noch etwas hektisch, da wir uns erst einmal neu orientieren müssen", sagt Hanne Watty, die die "Benrather Tüte" vor sieben Jahren ins Leben gerufen hat. Bis vor einer Woche fand die Lebensmittelausgabe noch in den Räumen des evangelischen Jugendheimes in der Calvinstraße statt. "Da das Gebäude verkauft wurde, mussten wir es verlassen. Doch Pfarrer Florian Specht hat zum Glück schnell eine gute Alternative gefunden", sagt sie.

Jeden Dienstag versorgt die 63-jährige Leiterin zusammen mit ihrem Ehemann Hans Jürgen Watty und bis zu 14 weiteren ehrenamtlichen Helfern, bedürftige Menschen. "Am meisten gibt es beim Auf- und Abbau der Lebensmittel zu tun. Heute haben wir, nach dem langen Wochenende, zudem besonders viel bekommen", erzählt Hanne Watty. Doch bei der Lebensmittelausgabe, die ein bisschen aussieht wie ein kleiner Supermarkt, gibt es jede Woche unterschiedliche Dinge. "Das kommt ganz darauf an, was die Läden abzugeben haben. Die Menschen freuen sich über die ständige Abwechslung", sagt die Leiterin der Lebensmittelausgabe.

Mit den Spenden kommt das Team der "Benrather Tüte" gut aus; doch mehr als die bisherigen 200 bis 250 Menschen könne man nicht versorgen, wie Hanne Watty erklärt: "Um noch mehr zu versorgen, reichen unsere Räumlichkeiten nicht aus. Flüchtlinge konnten wir bisher nicht annehmen." Doch trotzdem versuchen die Ehrenamtler, auch diesen Bedürftigen zu helfen. "Wir arbeiten mit dem Flüchtlingsheim zusammen, das auf der Bezirkssportanlage Am Wald steht. Das Heim kann uns jede Woche fünf Familien zur Ausgabe schicken. Außerdem geben wir übriggebliebene Lebensmittel an die Unterkünfte an der Benrodestraße oder Spangerstraße weiter ", sagt Watty.

Auch Josef Lierenfeld hilft am Dienstag in der Dankeskirche. Er ist seit dem Start der "Benrather Tüte" vor sieben Jahren dabei. Dem Rentner liegen insbesondere die Menschen am Herzen: "Wir haben natürlich immer ein offenes Ohr für die Leute. Ein respektvolles Miteinander ist uns sehr wichtig. Manchmal erhalten wir sogar Dankesbriefe."

Zusätzlich zu den ehrenamtlichen Helfern, ist auch Sozialberaterin Ursula Schimanek vor Ort. Die pensionierte Sozialarbeiterin steht den Betroffenen bei vielen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. "Ich helfe ihnen, ihre Ansprüche geltend zu machen und natürlich auch bei anderen Problemen. Außerdem versuche ich den Menschen dabei zu helfen, soziale Kontakte zu knüpfen", sagt sie.

Und auch wenn die Helfer nach der Ausgabe oft erschöpft sind, gehen sie mit einem Lächeln nach Hause. "Es macht uns einfach Spaß; wir freuen uns über die Dankbarkeit der Leute", sagt Hanne Watty.

Quelle: RP
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