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Benrath
Unmut über Filial-Schließung wächst

Düsseldorf-Benrath: Unmut über Sparkassen-Filialschließung wächst
Ende August soll die Sparkassen-Filiale an der Benrodstraße zu machen. Wenn weniger Kunden kommen, ist auch der daneben liegende Bäcker betroffen. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Benrath. Nach Bekanntwerden der Schließung der Sparkassenfiliale an der Benrodestraße regt sich im Viertel Widerstand bei Kunden, Händlern und Anwohnern. Von Paul Küchler und Andrea Röhrig

"Die Sparkasse Düsseldorf ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Wünsche der Kunden werden jedoch völlig ignoriert." Kommentare, wie den von Dieter Berner hört man in Benrath rund um das Rathaus immer öfters. Grund dafür: Die Bekanntgabe der Schließung der Sparkassen-Filiale an der Benrodestraße. Viele Kunden, Anwohner und Händler aus der Umgebung sind unzufrieden, sowohl mit der Schließung der Filiale, als auch mit der Art und Weise wie diese durch die Stadtsparkasse kommuniziert wurde.

"Viele fühlen sich überrumpelt, denn sie haben noch Schließfächer angemietet und zu wenig Zeit, die zu leeren", meint auch Georg Wiora. Ende August soll die Filiale zugemacht werden; die beiden Mitarbeiterinnen sollen zur Hauptstraße versetzt werden. Es sei eine Katastrophe, vor allem für ältere Leute, unterstreicht Wiora: "Schon die eingeschränkten Öffnungszeiten waren ärgerlich und nun wird die Filiale komplett dicht gemacht."

Für Hans-Peter Dahl-Esser, der in der Hospitalstraße wohnt, hat die Sparkasse selbst dafür gesorgt, dass zum Schluss immer weniger Kunden kamen: "Wie oft hing draußen nur ein Zettel dran, dass die Filiale wegen Krankheit geschlossen bleibt." Er befürchtet nun viel längere Wartezeiten, wenn nun alle Benrather zur großen Geschäftsstelle an der Hauptstraße müssen: "Dort wartet man schon mal locker 20 bis 25 Minuten am Schalter." Er hat sich bereits bei der Sparkasse beschwert. Es habe insgesamt zwei telefonische Beschwerden gegeben, sagte ein Sparkassen-Sprecher gestern auf Anfrage. Für das Geldinstitut habe sich die Ausgangslage zum Beschluss des Verwaltungsrates am vorvergangenen Freitag nicht geändert, hieß es weiter.

Doch rund um die Benrodestraße kann diesen Entschluss kaum einer nachvollziehen. Auch Sylvia Lahs, Mitarbeiterin der Bäckerei Pass, nicht. Für ältere Leute sei die Schließung ein Problem, sagt sie: "Viele kommen mit ihrem Rollator hierher. Wie sollen die es denn bis in die Fußgängerzone schaffen?"

Auch für das eigene Geschäft, dass vor einiger Zeit komplett umgebaut wurde, wird die Filialschließung wohl einen finanziellen Einbruch bedeuten. Die Kunden, so Lahs, würden nach einem Besuch bei der Sparkasse häufig noch auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen im Café vorbei kommen. "Die Entscheidung der Sparkasse macht die Attraktivität der gesamten Gegend um das Benrather Rathaus an der Benrodestraße kaputt. Wenn die Filiale weg ist, werden automatisch weniger Leute hierhin kommen", sagt die Bäckereiverkäuferin aufgebracht.

Auch der Geldwechsel zwischendurch sei dann nicht mehr möglich - ärgerlich für die ansässigen Händler und auch für die Mitarbeiter des Bürgerbüros, das seine Räume im Rathaus gegenüber der Bank hat, die diesen Service auch gerne nutzten. Sylvia Lahs Kollegin Ingrid Hansch sieht es ähnlich: "Hier kann ein Taxi direkt vor der Bank halten. Gerade ältere Menschen nutzen diese Möglichkeit oft. In der Fußgängerzone ist das nicht so einfach möglich."

Die Zusammengehörigkeit an der Benrodestraße wächst. "Ich finde das Ganze wirklich sehr traurig", berichtet Gülnaz Yildirim, Mitarbeiterin im Friseursalon, der sich wenige Meter neben der Sparkasse befindet. "Sowohl für ältere Leute, als auch für uns ist das katastrophal. Bisher konnten unsere Kunden eben Geld in der Bank holen und dann zu uns kommen. Wie wird das jetzt werden, wenn noch nicht mal sicher ist, ob der Geldautomat bleibt?" Zunächst bis August 2016 soll dieser erhalten bleiben. So lange läuft der Mietvertrag zwischen Sparkasse und Eigentümer nämlich noch.

Einige Tage, nachdem die Entscheidung der Sparkasse öffentlich wurde, regt sich nun Widerstand der Anwohner, Händler und Kunden der Sparkasse. "Es wird schon überlegt, was für Maßnahmen man ergreifen kann. Wir wollen bald eine Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Sparkassenfiliale starten", sagt Dieter Berner.

Quelle: RP
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