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Benrath
Ein Rückblick auf 110 Jahre

Benrath. Die Ausstellung über das Jubiläum des Schloß-Gymnasiums wurde gestern im Museum für Gartenkunst eröffnet. Von Bernd Schuknecht

Wohl eher zufällig legten das Schloß-Gymnasium Benrath und die Stiftung Schloß und Park Benrath den Eröffnungstermin der Ausstellung "110 Jahre Schloß-Gymnasium Benrath" auf das Datum, das genau zwischen der Erteilung der offiziellen Genehmigung zur Aufnahme des Schulbetriebs am 25. April 1907 und der Aufnahme des Schulbetriebs vier Tage später liegt.

Schulleiter Raimund Millard konnte im Roland-Weber-Saal des Museums für Gartenkunst viele Gäste begrüßen. Neben Vertreterinnen aus der Schulverwaltung und der Bezirksregierung auch zahlreiche Mitglieder des Lehrerkollegiums, darunter auch ehemalige wie die langjährige Schulleiterin Sigrid Belzer. Auch Schüler, aktuelle wie ehemalige waren zahlreich erschienen. Millard dankte insbesondere Jan Lüdecke, der als Lehrer für Deutsch und Geschichte gleichsam als Kurator für die von Schülern konzipierte und realisierte Ausstellung fungierte.

"Man macht sich von seiner Schulzeit niemals frei" sagte Stefan Schweizer, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schloß und Park Benrath, in seiner Begrüßungsrede. Umso besser, wenn diese auf dem Schloß-Gymnasium absolviert wurde.

"Mein Sohn, jetzt kommst Du auf die schönste Schule Deutschlands", soll nach der Schul-Chronik ein Vater seinem frisch gebackenen Sextaner mit auf den Schulweg geben haben. Schweizer betonte, dass das Schloss als außerschulischer Lernort Lernen und Erleben in enger Verbindung ermögliche. Er hob dabei nochmals die Bedeutung des Kooperationsvertrages zwischen der Stiftung und dem Schloß-Gymnasium hervor. Wolfgang D. Sauer, einst selbst Lehrer am Schloß-Gymnasium und heute Leiter des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath, gab Erläuterungen zu der Chronik des Gymnasiums - von den Anfängen im Bürgermeistergebäude Ecke Hildener-/Paulistraße, über den Einzug in den Ostflügel bis hin zum Neubau an der Hospitalstraße. Dabei ließ er die Zeit der faschistischen Nazi-Diktatur nicht aus. Vielen Anwesenden war sicherlich nicht bekannt, dass nicht nur Lehrer einen Eid auf Adolf Hitler leisten mussten, sondern auch Oberprimaner, sofern sie zum Abitur zugelassen werden wollten.

Bei der Ausstellung, die auf sieben Räume des Museums verteilt ist, reflektieren die unterschiedlichen Exponate Rückblicke, Einblicke und Aussichten. Bei der Videoinstallation "Schloßstimmen" kommen ehemalige Schüler und Lehrer mit ihren Erinnerungen zu Wort. Zu sehen sind ferner Modelle verschiedener Schulgebäude, Ausgaben der Schülerzeitungen Schloß-Fanfare und Schloßspiegel und reichlich Fotos. Besonders eindrucksvoll wirkt ein Kleiderbügel aus dem Kaufhaus Max Stern Benrath. Er verweist auf Kurt Stern, der im Schuljahr 1932/1933 als letzter jüdischer Abiturient die Reifeprüfung ablegen konnte.

Quelle: RP
 
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