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Benrath
Ein Vulkanausbruch vor 200 Jahren und seine Folgen

Benrath. Beim "Tag der Natur" in den Benrather Museen gab es zu viele wissenschaftliche Informationen auf einmal. Von Beate Gostincar-Walther

Was Migration aus dem Schwabenland, eine Cholera-Epidemie in Asien und Hungersnöte in Europa gemeinsam haben und was die kleine Eiszeit dem Globus brachte, ließ sich am Sonntagmittag in der Kapelle des Museums für Europäische Gartenkunst erfahren. Zusätzlich bot die Stiftung Schloss und Park Benrath zum Tag der Natur von 11 bis 17 Uhr interessante Aktionen zum Anschauen und Mitmachen.

Anno 1816 - das Jahr ohne Sommer - stand im Mittelpunkt eines Symposiums. Zum Ursprung dieser Katastrophe - dem Ausbruch des Vulkans Tambora und den Folgen für die Welt - referierten der Geologe André Bahr und der Klimahistoriker Franz Mauelshagen. Anhand zahlreicher Schaubilder und Statistiken zeigte der Geologe, wie Aerosole nach einem Vulkanausbruch verhindern, dass Sonnenstrahlen zur Erde kommen, was trockene Tropfsteinhöhlen in Brasilien mit dem Klima zu tun haben und was es klimatisch anrichtet, wenn ein Vulkan durch eine Eruption von 4.300 Meter Höhe auf 2.850 schmilzt. "So viel Material ist in die Atmosphäre gegangen; 15.000 Menschen sind direkt an den Folgen des Ausbruchs gestorben", erklärte Bahr.

Franz Mauelshagen konzentrierte sich in seinem anschließenden Vortrag auf die gesellschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Klima-Katastrophe vor 200 Jahren. Zum Abschluss versuchten ARD-Wetterfee und Moderatorin Claudia Kleinert ebenso wie einige Zuhörer den Wissenschaftlern konkretere Aussagen zum Klimawandel und den daraus resultierenden Folgen zu entlocken. Trotz aller wissenschaftlichen Erhebungen blieben beide Fachleute bei ihrem Schlagwort "ambivalent". Zwei Vorträge über zweieinhalb Stunden, beide hochkarätig besetzt und interessant - aber für Nichtwissenschaftler in Teilen schwer verständlich, da wäre kürzer und weniger mehr gewesen.

Dass das Jahr ohne Sommer nicht nur Katastrophen brachte, sondern vielfältige künstlerische und erfinderische Kreativität freisetzte, zeigt eine Ausstellung im Schloss. Ines Dauth war nach den Vorträgen hier unterwegs. Sie zeigte auf eine Tafel mit Erklärungen zur Erfindung des Stickstoffs als Düngemittel. "Meine Vorfahren sind um 1816 wegen der Hungersnot von Württemberg nach Moldawien ausgewandert, jetzt weiß ich warum und wie das alles zusammenhängt", meinte sie.

Im Naturkundemuseum ging es weniger wissenschaftlich, doch trotzdem spannend zu. Der Naturschutzbund Düsseldorf war vertreten, das Neanderthalmuseum zeigte Versteinerungen, der Zoll des Flughafens beschlagnahmte Pelze und präparierte Tiere. Die kleinsten Gäste konnten beim Tag der Natur mit buntem Sand abstrakte Bilder und Formen schaffen oder sich mit steinzeitlichen Tätowierungen vergnügen.

Quelle: RP
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