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Benrath
Einblick in die Entstehung der Schlösser

Benrath. "SehensWert" lautet der Titel einer Ausstellung um die Planungs- und Baugeschichte der Benrather Schlösser Von Bernd Schuknecht

Die Planungs- und Baugeschichte der Benrather Schlösser steht im Mittelpunkt der Ausstellung "SehensWert", die am morgigen Sonntag um 11 Uhr im Museum für Europäische Gartenkunst eröffnet wird. Der Ausstellungstitel lehnt sich an ein Urteil des sehr kulturbeflissenen und architektonisch interessierten Thomas Jefferson, der später dritter Präsident der Vereinigten Staaten werden sollte, an. Jefferson war das Schloss in Benrath auf seinem Weg von Düsseldorf nach Köln aufgefallen, und er hatte es in seinem Reisebrevier "Hints to Americans Travelling in Europe" als sehenswert hervorgehoben.

Der Verweis auf beide Schlösser irritiert zunächst. Denn eigentlich ist nur das spätbarocke Maison de Plaisance, das Kurfürst Carl-Theodor zwischen 1755 und 1771 erbauen ließ, im aktuellen Bewusstsein der Benrather verblieben.

Eine gleichrangige Bedeutung innerhalb der von Stefan Schweizer (Wissenschaftlicher Vorstand von Stiftung Schloss und Park Benrath) und Eva-Maria Gruben (Kustodin der Sammlungen des Museums für Europäische Gartenkunst und des Corps de Logis) gemeinsam kuratierten Ausstellung wird dem alten Wasserschloss, von dem heute nur noch die Orangerie als ehemaliges Nebengebäude erhalten ist, eingeräumt.

Die Ausstellung gibt erstmals einen profunden Einblick in die Entstehungsgeschichten beider Schlösser, ihrer Gärten und Parks. Auch das Wirken und Nachwirken von Pigage oder Verschaffelt sowie das zahlreicher Maler, Bildhauer und Möbelschreiner wird verdeutlicht. Pläne, Ansichten, Dokumente, Bilder, Möbel und vieles mehr sorgen für ein spannendes Wechselspiel zwischen Planungstheorie und den konkreten Außen- und Innenansichten.

"Mit dieser Ausstellung kommen nahezu alle Exponate nach Benrath zurück, die an oder für diesen Ort entstanden sind", erklärt Schweizer und ergänzt, dass Schloss Benrath nicht nur zu den eindrucksvollsten Bauten herrschaftlicher Lustschlossarchitektur zählt, sondern auch wegen seiner vollständig erhaltenen Innenraumdekoration als Beispiel höfischer Kultur Bedeutung für das gesamte Rheinland habe - und auch noch darüber hinaus.

Neben Exponaten der eigenen Sammlung und Leihgaben aus Düsseldorf, wurden Schweizer und Gruben in der Alten Pinakothek München, dem Wallraf-Richartz-Museum Köln, der Staatsgalerie und dem Landesmuseum Stuttgart, dem Kurpfälzischen Museum Heidelberg sowie dem Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim fündig. Neben der Recherche gab es aber auch Zufallsfunde wie ein Entwurf der Diana-Gruppe, die mit Hilfe der Roland Weber-Stiftung erworben werden konnte.

Quelle: RP
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