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Benrath
Eislaufbetrieb lief nach Sprengung normal

Benrath. Karfreitag hatten drei Männer den Geldautomaten an der Paulsmühlenstraße mit einem Gasgemisch in die Luft gejagt. Nach notdürftigen Reparaturen ging um 10 Uhr die Eislaufzeit los. Am Freitag endet die Saison mit der Schaumparty. Von Andrea Röhrig

Es war zu einer Uhrzeit, zu der die meisten Bewohner der Paulsmühle an Karfreitag noch tief und fest schliefen. Derweil hatten sich früh um 4 Uhr drei Männer am Geldautomaten der Sparkasse zu schaffen gemacht, der an der Außenfassade der Eissporthalle befestigt ist. Noch bis zum Ende der Eislaufsaison 2019 wird die Einrichtung von der Stiftung der Düsseldorfer Sparkasse getragen. Doch zurück zu jenem frühen Morgen: Nach Ermittlungen der Polizei leiteten die Täter ein Gasgemisch in das Innere des Automaten ein und brachten das Gerät zur Explosion.

Just in dem Moment nahte ein alarmierter Streifenwagen. Zwei der drei maskierten Täter sprangen in ihren Fluchtwagen, einen gestohlenen Audi. Ein dritter Komplize flüchtete zunächst zu Fuß. Die Polizeibeamten nahmen laut Polizeibericht zu Fuß die Verfolgung auf. Währenddessen startete der Audi, fuhr mit aufheulendem Motor los und touchierte dabei den abgestellten Streifenwagen. Der Audi stoppte neben dem dritten Täter, so dass dieser in das Auto gelangen konnte. Danach flüchtete der Wagen laut Polizei mit hoher Geschwindigkeit zunächst über die Telleringstraße weiter über die Forststraße in Richtung Cäcilienstraße. Weil die Polizei so schnell am Tatort auftauchte, ließen die Täter einen Großteil der Beute zurück.

Der Automat an der Eishalle passt bestens in das Beuteschema der Geldautomaten-Sprenger: etwas abseits gelegen und mit der Möglichkeit, schnell zur Autobahn zu gelangen. Aus diesen Gründen prüft die Sparkasse derzeit auch äußerst kritisch, ob sie einen Geldautomaten an dieser Stelle überhaupt noch einmal aufstellt, heißt es auf Nachfrage beim Düsseldorfer Geldinstitut.

Noch bevor am Karfreitag um 10 Uhr die Eislaufzeit begann, waren die gröbsten Schäden beseitigt: "Wir konnten an Karfreitag ganz normal öffnen", sagt Eishallen-Chef Manfred Otto. Auch er hatte am Feiertag nicht ausschlafen können. "Die Polizei hat morgens um 6.30 Uhr bei uns zu Hause geklingelt", berichtet Otto. Dann hieß es für ihn, raus aus dem Pyjama, rein in die Arbeitskleidung und ab nach Benrath. Da auch die Feuerwehr einen Schlüssel zur Eishalle besitzt, konnte die der Polizei und der Spurensicherung bereits frühzeitig helfen. Die gleich mit gesprengte Eingangstür wurde mit Holz verschlossen. Dort, wo man bislang sein Geld ziehen konnte, ist eine schwarze Platte befestigt.

Natürlich war die Geldautomatensprengung das Thema der Eishallenbesucher über die Ostertage. Am Freitag endet die diesjährige Saison, natürlich wieder mit der Schaumparty, die von 17 bis 22 Uhr geht. Wenn er mal von dem großen Schrecken absieht, der durch die Sprengung entstanden ist, kann Manfred Otto wieder eine gute Bilanz ziehen: "Ich bin zufrieden, wir haben wieder ein Plus gemacht." Nach den Sommerferien soll sie beginnen, die letzte Eislaufsaison unter der Federführung der Sparkassen-Stiftung. Als bereits 2015 das Aus drohte, hatte eine Welle der Empörung in der Bürgerschaft dafür gesorgt, dass das Sparkassen-Kuratorium beschloss, die Eishalle bis Frühjahr 2019 in Betrieb zu halten. Zudem empfahl das Kuratorium dem Sparkassen-Vorstand, mit der Stadt Düsseldorf über die künftige Betriebsführung der Eishalle Gespräche aufzunehmen. Was ab 2019 kommt, das weiß auch Otto nicht. Auf eine Anfrage der CDU für die Sitzung der Bezirksvertretung 9 nach der Zukunft der Einrichtung äußerte sich die Verwaltung sehr vage: "Grundsätzlich wird seitens der Verwaltung ein Bedarf für eine Eissporthalle im Düsseldorfer Süden gesehen. Es werden derzeit verschiedene Optionen geprüft."

Quelle: RP
 
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