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Benrath
Endoskopie statt großer Operation

Benrath. In der Benrather Sana-Klinik gibt es ein neues Verfahren zur Entfernung von Darm-Tumoren. Von Simona Meier

Das Verfahren gibt es erst seit wenigen Jahren, die Methode ist noch nicht so bekannt. Jetzt werden in der Benrather Sana-Klinik auch größere und tieferwachsende Tumore und Polypen mit der neuen Technik entfernt. Der leitende Arzt der Gastroenterologie, Thomas Saers, führt sie durch: "Das Endoskop hat dazu vorne einen Clip, der bewirkt, dass die Schleimhaut unterhalb der Veränderung zusammen getackert und damit verschlossen wird, so dass wir das Gewebe darüber abschneiden und entfernen können", sagt er.

Mit diesem speziellen Gerät kann dann bei dem Eingriff wie bei einer Darmspiegelung vorgegangen werden. Das Tumorgewebe wird aus der Darmwand geschnitten. In Frage kommt die sogenannte "Vollwandresektion", die mit neuartigen System sowohl im Dünn- und Dickdarm und sogar im Magen angewendet werden kann.

Die Weiterentwicklung der endoskopischen Verfahren hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass beispielsweise früh erkannte Darm-Tumore schon bei der Vorsorge, also bei einer Darmspiegelung, entfernt werden können. "Wir entfernen diese Polypen. Das wird schon lange gemacht. Es gibt aber Polypen, die zu tief liegen, vernarbt sind oder sich an ungünstigen Stellen befinden. Bisher kam der Patient dann um eine größere Operation nicht herum", erklärt Thomas Saers.

Mit dem neuartigen System können jetzt auch diese problematischen Polypen für die Patienten schonender entfernt werden. Sie müssen sich deshalb nicht mehr zwingend einer großen Operation unterziehen, wenn ihre Diagnose vorliegt.

"Es ist ein Verfahren, das einen größeren Eingriff erspart", sagt der Experte aus dem Sana-Krankenhaus. Das Ganze dauert zwischen einer halben Stunde und 45 Minuten und erfolgt mittels einer Sedierung, also in einer Art Halbschlaf. Auf eine Vollnarkose kann verzichtet werden, dennoch bekommen die Patienten vom Prozedere selbst nichts mit. Das Verfahren kommt somit auch für die Patienten in Frage, bei denen eine Vollnarkose zu gefährlich ist.

Außerdem sind die Patienten nach diesem "minimal-invasiven" Eingriff deutlich schneller fit. "Sie können das Krankenhaus oft schon nach zwei Tagen wieder verlassen. Eine Operation bedeutet hingegen einen Aufenthalt von mindestens einer Woche", sagt Saers. Dass keine Narben zurückbleiben, sei ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens.

Bevor die Entscheidung zwischen Operation und Endoskopie zur Entfernung der komplizierteren Polypen fällt, ist immer eine herkömmliche Darmspiegelung vorausgegangen. Erst dann wird entschieden, was notwendig ist. "Unser Ziel ist es mit minimalen Möglichkeiten viel herauszuholen", sagt Thomas Saers.

Das neue Verfahren kann auch die Langzeitfolgen eines Eingriffs verringern. Bei einer großen Operation fehlt oft ein Stück des Darms. Das führt zu Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder unregelmäßigen Stuhlgang. Erfahrungsgemäß fühlen sich viele Patienten dann deutlich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Das endoskopische Entfernen der Polypen macht meist weniger Beschwerden. "Die Patienten stehen schnell wieder auf, und wir behalten sie dann häufig nur kurz zur Beobachtung da", sagt Thomas Saers.

Quelle: RP
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