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Düsseldorf
Erste Container für Flüchtlinge sind fertig

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt
In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt FOTO: RP
Düsseldorf. In den nächsten Wochen ziehen rund 200 Menschen in Wohnmodule in Benrath ein. Dadurch werden Not-Unterkünfte in zwei Schulen entlastet. Beispielhaft für die weiteren Container-Standorte soll die Anlage aber nicht sein. Von Arne Lieb

Die Stadt nimmt die erste Wohncontainer-Anlage für Flüchtlinge in Betrieb. Bis zu 204 Menschen können in den Wohnmodulen auf einem Grundstück der städtischen Immobilien-Tochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) in Benrath unterkommen. Die Flüchtlinge sollen in den kommenden Wochen einziehen. Zunächst werden Menschen aus den Schulgebäuden Borbecker Straße und Lacombletstraße verlegt, in denen die Stadt aus Platzmangel Notunterkünfte eingerichtet hat.

In der Wohnanlage sollen sowohl Familien als auch Alleinreisende unterkommen. Sie wohnen in 102 Wohneinheiten, in denen jeweils zwei Personen Platz finden. Der Standard, den die Stadt selbst festgelegt hat, ist sehr einfach. Jeder Schlafraum ist 14 Quadratmeter groß und mit einem Tisch, zwei Stühlen, zwei abschließbaren Spinden und einem Etagenbett ausgerüstet. Es gibt getrennte Sanitärbereiche für Frauen und Männer und für jeweils 20 bis 25 Menschen eine Küche. Vor der Tür wird eine kleine Spielfläche für Kinder eingerichtet. Ein Pförtner wird rund um die Uhr den Zugang kontrollieren.

14 Quadratmeter sind die Schlafräume in den Wohncontainern groß. Sie sind ausgestattet mit einem Etagenbett, einem Tisch, zwei Stühlen und einem abschließbaren Spind. FOTO: Andreas Endermann

Die Pläne für die Anlage in Benrath sind bereits zwei Jahre alt - und der Flüchlingsbeauftragten Miriam Koch zufolge nicht beispielhaft für die 13 weiteren Container-Standorte, die noch in diesem Jahr verteilt auf die ganze Stadt entstehen sollen. Die Anlage in Benrath soll nur für höchstens zwei Jahre bleiben, die anderen Standorte sind für fünf Jahre geplant. Sie sollen daher laut Koch in einer "anderen Qualität" errichtet werden, etwa mit einer besser gedämmten und optisch ansprechenden Fassade. Die Verwaltung hat inzwischen flexiblere Standards entwickelt. So sind für die anderen Anlagen zum Beispiel Wohnräume in verschiedener Größe vorgesehen - in Benrath gibt es nur die Einheits-Räume von 14 Quadratmetern, was etwa für Eltern mit Kindern unpraktisch ist.

Zu der Anlage gehört auch ein Verwaltungscontainer mit Gruppenräumen. Diakonie-Pastor Heinz Frantzmann betont aber, es sei wichtig, dass die Bewohner für Aktivitäten das Heim verlassen können. Sportvereine und Gemeinden in Benrath haben bereits Hilfe zugesagt. "Die Flüchtlinge sollen raus gehen und Kontakt mit dem Stadtteil haben", sagt Frantzmann. Die Diakonie, die für die meisten Flüchtlingsheime in Düsseldorf zuständig ist, hat die Betreuung auch dieser Einrichtung übernommen. Die Stadt will aber angesichts der steigenden Zahl an Flüchtlingen künftig verstärkt andere Wohlfahrtsverbände einbeziehen.

Die Stadt verfolgt mit den Container-Anlagen zwei Ziele. Zum einen soll der Platzmangel in der Unterbringung mit all seinen negativen Folgen behoben werden. Die Unterbringung in ehemaligen Schulgebäuden oder - wie an der Borbecker Straße - sogar in Turnhallen soll schnellstmöglich beendet werden.

Zum anderen ist der Betrieb der Container erheblich günstiger. So kostet die Unterbringung in der Anlage in Benrath pro Person und Monat weniger als 500 Euro. Für die Hotelunterbringung - derzeit sind 850 Flüchtlinge in Hotels eingemietet - wird das Doppelte fällig, für die aufwendige Notbelegung von Schulen entstehen sogar die vierfachen Kosten. Neben dem Bau von Containern sucht man auch weiter nach Plätzen in bestehenden Immobilien. So will die Stadt wohl auch im leerstehenden Finanzamt an der Roßstraße Flüchtlinge unterbringen, allerdings hat auch das Land Interesse an einer Nutzung.

Quelle: RP
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