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Benrath
Gute Chancen für RRX-Halt in Benrath

Benrath. Das Bundesverkehrsministerium hat den Regionalhalt in Benrath im neuen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans als vordringliches Projekte eingestuft. Auch bei Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf ist die Freude darüber groß. Von Christian Herrendorf und Andrea Röhrig

Die Wahrscheinlichkeit, dass in Benrath nach dem Start des Rhein-Ruhr-Express (RRX) weiter ein Regionalhalt existiert, ist stark gewachsen. Das Bundesverkehrsministerium hat die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen.

Wie war die Ausgangslage? Das Verkehrsministerium hatte vor zwei Monaten einen Plan mit wichtigen Verkehrsprojekten veröffentlicht und den Projekten Dringlichkeitsstufen verpasst. In der Rangfolge dieser Stufen werden die Projekte umgesetzt. Der RRX als Ganzes erhielt die Einstufung "Vordringlicher Bedarf". Ob dies auch mit einem Regionalhalt in Benrath verbunden wird, war zu diesem Zeitpunkt offen. Das setzte voraus, dass die Nachfrage in Benrath geprüft wurde. Nach den allerersten Planungen sollte der Schnellzug RRX auf dem Weg zwischen Köln und Düsseldorf-Hauptbahnhof durchfahren. Die Aufnahme des Haltes in Benrath würde Umbaukosten in Höhe von über 100 Millionen Euro mit sich bringen.

Was hat sich nun geändert? Das Ministerium hat einen neuen Entwurf seines Bundesverkehrswegeplans 2030 veröffentlicht. Darin steht auch der Halt in Benrath sowie ein Gleisausbau zwischen Reisholz und Benrath - versehen mit dem Prädikat "Vordringlicher Bedarf". Das bedeutet, dass die Düsseldorfer Politiker in Bund, Land und Kommune offensichtlich mit ihren Argumenten überzeugt haben. Sie hatten unter anderem aufgezeigt, wie sich die Bevölkerungszahlen im Süden entwickeln und welche Bedeutung der Halt auch für die Nachbarstädte hat. Ein Votum des Regionalrats hat dabei für zusätzliche Unterstützung gesorgt. "Für die Menschen im Süden der Stadt ist das eine großartige Nachricht", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus. Alle Lokalpolitiker hatten darauf verwiesen, dass zum einen entlang der Paulsmühle zwei neue Wohnquartiere entstehen sowie gerade das Albrecht-Dürer-Berufskolleg neu gebaut wird. In dieses gehen Schüler nicht nur aus Düsseldorf, sondern auch aus Neuss oder dem Kreis Mettmann.

Auch Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf freut sich über die neue Entwicklung: "Ich bin begeistert, jetzt muss das aber auch so umgesetzt werden. Ich kenne niemanden im Stadtbezirk 9, der nicht auch für einen Halt in Benrath ist."

Was bedeutet "Vordringlicher Bedarf"? Die Projekte erhalten im Bundesverkehrswegeplan ihre Stufe abhängig von ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis, der verkehrlichen Bedeutung für eine Region und den damit verbundenen Umweltrisiken. "Vordringlicher Bedarf" ist dabei die höchste Stufe und geht einher mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt Wirklichkeit wird - anders als zum Beispiel Projekte der Kategorie "Weiterer Bedarf". Eine Garantie gibt aber auch der "Vordringliche Bedarf" nicht.

Was ist mit dem Lärmschutz an der Further Straße? Derzeit plant die Bahn dort eine über acht Meter hohe Lärmschutzwand. Hintergrund ist, dass man aus Kostengründen eine nötige Gleisquerung bislang oberirdisch plant. Die ersten Pläne der Bahn waren bei den Lokalpolitikern auf deutliche Ablehnung gestoßen. Bislang hat es für die Planungen dieses Teilstücks noch keine Bürgeranhörung gegeben. Inzwischen prüft die Bahn dort eine Gleisunterführung.

Wie geht es weiter? Der Entwurf für den Verkehrswegeplan 2030 geht jetzt in die Ressorts und soll dann vom Kabinett beschlossen werden. Der Bundestag wird bis Ende des Jahres die Ausbaugesetze für die Projekte beschließen. Diesen folgen Fünf-Jahres-Pläne für die Investitionen. Schließlich wird der Hauhaltsausschuss entscheiden.

Quelle: RP
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