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Benrath
Katholischer Frauenbund in Benrath wirbt um Mitglieder

Benrath. Bei der Veranstaltung im Cäcilienstift bleiben die Mitglieder der kfd aber leider fast unter sich.

"Frauen - christlich, modern und traditionell, gesellschaftlich und politisch engagiert suchen Nachwuchs", so hätte vielleicht eine Anzeige des kfd (Katholischer Frauenbund Deutschland) zur Mitgliederwerbung aussehen können, doch die Verantwortlichen hatten sich etwas anderes überlegt. Im Cäcilienstift steht am Samstag um 17 Uhr auf einladend gedeckten Tischen Sekt bereit, an jedem Platz liegen Informationen - alles ist für die rund 80 erhofften Gäste gut vorbereitet.

kfd-Frauen aus allen Ebenen des Verbandes sind vor Ort, um Rede und Antwort zu stehen, auch Stadtdechant Ulrich Hennes ist gekommen, um den Auftakt zur Mitgliederwerbung zu begleiten. Nicht zu vergessen die "Töchter Düsseldorfs", eine Mädchenband mit Piano, Percussion, Bass und starkem Saxofon-Soli.

"Ich bin schon enttäuscht, aber man muss am Ball bleiben", meint Inge Pohler mit einem Blick in den Saal. Trotz groß gerührter Werbetrommel zählen die Initiatoren eine Reihe vertrauter Gesichter, doch nur einen neuen Gast. Inge Pohler ist seit 1999 beim kfd dabei, davon sechs Jahre als Vorsitzende des Kreises in St. Cäcilia. 2015 gewann sie 14 neue Mitglieder, allein durch persönliche Ansprache. Sie schätzt in ihrer Gemeinschaft das offene Gespräch und das Helfen-Können. "Authentisch sein, das ist mir ganz wichtig", betont die 79-Jährige.

Ziele und Inhalte der bundesweit 500.000 Frauen zählenden christlichen Gemeinschaft liegen keinesfalls nur im kirchlichen und spirituellen Bereich. Sie engagiert sich politisch, und gesellschaftlich für Frauenrechte. "Wir waren mit 60 Mitgliedern bei der Demo zum Equal Pay Day 2016 dabei, der Forderung für gleiche Bezahlung von Mann und Frau", berichtet Kornelia Fehndrich vom Stadtdekanat.

Ob Mütterrente, Altersarmut, Frauen in der Kirche - die Themen seien breit gefächert. Seine Wurzeln hat der kfd bei den christlichen Müttervereinen im 19. Jahrhundert und das trägt wohl immer noch zum Kaffeekränzchen-Klischee bei. Das weiß auch Diana Brenneke, die mit ihren 34 Jahren die Altersstruktur in Benrath durcheinander wirbelt. Inge Pohler sprach die junge Mutter vor drei Jahren an, ob sie Mitglied werden wolle, und überzeugte. "Wir müssen an unserem Image arbeiten und Alt und Jung zusammenbringen", benennt Brenneke Zukunftsperspektiven. Dabei ist der Benrather Kreis mit 115 Mitgliedern gut aufgestellt. Die Jüngste ist 24, die Älteste 94 Jahre alt. Ein Unterschied, der zum Spagat bei den Angeboten führt. "Positives Beispiele ist unser Generationen-Stammtisch. Außerdem erlebe ich, dass auch alte Damen umdenken können", meint Diane Brenneke lächelnd.

"Frauen.Macht.Zukunft." ist das Leitwort der Werbekampagne, die über drei Jahre läuft. Mit "Macht" sei in diesem Fall nicht Einfluss gemeint, sondern Frauen "macht mit", erklärt Pressesprecherin Saskia Bellem.

(bgw)
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