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Benrath
Konzert der Sommerakademie im Kuppelsaal

Benrath: Konzert der Sommerakademie im Kuppelsaal
Hildrun Haberl, Mirjam Sendtner, Margit Kovács, Laila Kirchner, Takeshi Oral und Hernán Hernández (v.l.) präsentierten im Kuppelsaal, was sie bei der Sommerakademie gelernt hatten. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Benrath. Viel Beifall für 17 junge Musiker aus aller Welt, die in verschiedenen Ensembles Barockmusik spielten. Von Horst Schaumann

Gespannte Aufmerksamkeit herrschte im Kuppelsaal von Schloss Benrath, dicht gedrängt erwartete das Publikum Hörgenüsse nach einer arbeitsreichen Woche.

Die Neue Düsseldorfer Hofmusik hatte ihre "8. Sommerakademie für Alte Musik auf Schloss Benrath" veranstaltete und präsentierte die jungen Künstler mit ihren neu gewonnenen Kenntnissen im Abschlusskonzert. Oliver Kersken von der Düsseldorfer Hofmusik begrüßte das Auditorium und zeigte sich erfreut über den wachsenden Stellenwert der alten Musik. Da eine solche Veranstaltung nicht ohne finanzielle Mittel durchgeführt werden kann, dankte Kersken den Förderern der Sommerakademie. Bei den Anmeldungen seien die Organisatoren stets gespannt, welche Musiker hinter der Bewerbung steckten und wie alle menschlich harmonieren werden. Auch dieses Jahr habe man wieder viel Glück gehabt mit den 17 Teilnehmern aus neun Nationen.

Sieben Programmpunkte hatten die Dozenten Mary Utiger (Violine, Viola), Michael Schmidt-Casdorff (Traversflöte) und Nicholas Selo (Violoncello) erarbeitet und die Werke so ausgewählt, dass alle Studierenden ihren Auftritt hatten. Unverzichtbar bei der barocken Musik war die hervorragende ungarische Cembalistin Margit Kovàcs als Begleiterin.

Wie völkerverbindend Musik ist, zeigte sich am Zusammenspiel der jungen Künstler. Mit einer Chaconne für zwei Violinen, zwei Flöten und Basso continuo von Leclair begann das Konzert, bei dem mit den beiden deutschen Violinen das kolumbianisch-japanische Flöten-Duo über dem ungarisch-deutschen Basso continuo musizierte. Eine quirlige Musik zur Eröffnung des Konzerts. Wichtig war nicht nur das Zuhören, sondern auch ein Blick auf die Dozenten, die mit ihren Schützlingen fieberten. Michael Schmidt-Casdorff behielt gespannt die Flöten im Auge, Mary Utiger kontrollierte jeden Einsatz der Violinen, und Nicholas Selo lauschte mit teils geschlossenen Augen dem Saitenspiel des Cellos.

Von Boismortier folgte eine viersätzige Triosonate für Violine, Violoncello und Basso continuo. Das war so prächtiges deutsch-ungarisch-taiwanesisches Zusammenspiel, als habe man schon immer als festes Ensemble zusammengespielt.

Telemanns Triosonate in a-moll kam leichtfüßig als Melange aus Deutschland, Taiwan und Ungarn daher. Anders bei Händels Concerto grosso, bei dem eine Allianz aus Polen, Taiwan, Deutschland, China und Ungarn aufgeboten wurde. Hier waren gleich zwei Solo-Celli zu besetzen, dazu noch eines für den Basso continuo. Eine reizvolle Formation boten drei Flöten aus Japan, Polen und Kolumbien mit deutscher Cello-Begleitung in Boismortiers Sonate für drei Melodiestimmen und Basso continuo.

Die erste Flöte in Hotteterres Sonate III kam aus China, die zweite aus Neuseeland und das mit ihnen konzertierende Cembalo wieder aus Ungarn. Eine perfekte Zusammenarbeit.

Zum Abschluss des Konzerts mit Telemanns Concerto D-Dur taten sich die Violinen aus Deutschland und China mit Violen aus Deutschland, dem Continuocello aus Taiwan, dem ungarischen Cembalo, dem hochmusikalischen Solocello aus Deutschland und der großartigen Solo-Violine aus Chile zusammen.

Großen Beifall und Bravi spendete das Publikum für soviel engagiertes Musizieren den jungen Künstlern und den sichtlich zufriedenen Meistern.

Quelle: RP
 
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