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Benrath
Lebensmittelretter füllen das Ben-Rad

Benrath: Lebensmittelretter füllen das Ben-Rad
Regelmäßig befüllen Katharina Linke und ihre Mitstreiter das fahruntüchtige Fahrrad, das am Benrather Bahnhof abgestellt ist, mit Lebensmitteln. Die sollen so vor dem Wegwerfen gerettet werden. FOTO: Anne Orthen
Benrath. Ein ausgedientes Fahrrad steht bepackt am Benrather Bahnhof. In vier Kisten sind Obst, Gemüse oder Backwaren, die sonst auf dem Müll landen. Jeder darf sich dort unkompliziert bedienen oder selbst etwas abgeben. Von Simona Meier

Los ging es am Sonntag, 12. November. Da stellten die Lebensmittelretter um die Urdenbacherin Katharina Linke (27) das Ben-Rad an den Fahrradständern am Benrather Bahnhof gegenüber zum Taxi-Stand ab. Ein buntes, fahruntüchtiges Fahrrad ohne Sattel. Dafür ausgestattet mit vier Kisten und Informationsmaterial des Vereins "Foodsharing". In den vier Kisten landeten die ersten Lebensmittel: Äpfel, Karotten, Nudeln und Weintrauben.

Jeder darf sich hier bedienen und etwas mitnehmen. "Aber man kann auch selbst etwas herbringen und die Körbe füllen", sagt Katharina Linke, die das Projekt betreut. Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung ist ihr Anliegen. Sie engagiert sich deshalb bei dem Verein "Foodsharing" Die Düsseldorfer Gruppierung dieser bundesweiten tätigen Organisation hat bereits einige Stellen im Stadtgebiet, an denen Lebensmittel, die irgendwo übrig bleiben, neue Abnehmer finden. Beispielsweise auf dem Gelände der Heinrich-Heine-Universität. Vor dem Asta-Gebäude steht ein Kühlschrank, in dem Lebensmittel geteilt werden.

Das Lebensmittel-Fahrrad am Benrather Standort eignet sich allerdings nur für Lebensmittel, die keine Kühlung brauchen. In den Informationen dort heißt es deshalb: "Bitte teilt nur Lebensmittel, die Ihr auch selbst essen würdet und was nicht gekühlt werden muss. Es können auch Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weitergegeben werden, wenn sie noch gut sind, aber nicht nach Ablauf des Verbrauchsdatums." Hintergrund der Aktion: Viele Lebensmittel landen heutzutage auf dem Müll. Das wollen Katharina Linke und ihre Mitstreiter im Düsseldorfer Süden verhindern. Das Ben-Rad ist ein Anfang.

"Fast jeder kennt das: Man fährt weg, aber es sind noch Lebensmittel da", sagt sie. Auch viele Betriebe, Bäckereien oder Supermärkte müssen Waren vernichten. Manchmal sind Obst und Gemüse nur unansehnlich, wie die kleinen Möhren, die den Weg in die Kiste des Fahrrads am Benrather Bahnhof gefunden haben.

Die Organisatoren knüpfen Kontakte und holen Lebensmittel ab. Eine unkomplizierte Verteilung der Lebensmittel ist Katharina Linke ein besonderes Anliegen. Sie selbst wohnt in Urdenbach. "Es ist sinnvoll, dass wir zentrale Punkte finden, damit es auffällt. Und wo viel los ist, da passiert wenig", sagt sie.

18 Mitstreiter gibt es mittlerweile im Düsseldorfer Süden, in der Stadt Düsseldorf sind es 80. Alle wirken ehrenamtlich mit, holen Lebensmittel ab und organisieren die Verteilungswege. Für Katharina Linke ist das Ehrenamt schon fast ein Vollzeitjob. "Ich bin seit einem Jahr als Foodsaver aktiv und hole Lebensmittel ab", sagt sie. Angefangen hat das Interesse bei ihr aus dem Gedanken heraus: Wo kann ich Geld sparen? Minimalismus und mit weniger auskommen, sind Aspekte, die die Lebensmittelretter beschäftigen. "Es machen viele bei uns mit, von 16 bis 64 Jahren", sagt sie.

Damit das Essen nicht in der Mülltonne landet, sind kreative Ideen notwendig. Als Botschafterin für den Düsseldorfer Süden möchte Katharina Linke auch die angrenzenden Städte wie Monheim, Hilden und Langenfeld für die Idee des Geben, Nehmens und Teilens begeistern.

Das Ben-Rad wurde in den ersten zehn Tagen allerdings noch zögerlich angenommen. Die Lebensmittelretterin ist aber sicher, dass sich schnell rumspricht, dass jeder hier zugreifen kann. Die Reinigung des Verteilers übernehmen mehrere Freiwillige. Sie kontrollieren, ob alles mit dem Fahrrad und den Lebensmitteln in Ordnung ist.

Quelle: RP
 
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