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Benrath
Lichterfest: Einiges Neues kam nicht an

Benrath: Lichterfest: Einiges Neues kam nicht an
Sicherheit wurde bei den Einlasskontrollen groß geschrieben. FOTO: vam
Benrath. Die Stiftung Schloss und Park Benrath hat das erste Lichterfest am Kurfürstenschloss durchgeführt. Dabei gab es zahlreiche Neuerungen im Vergleich zu den vorherigen Veranstaltungen. Ein Resümee. Von Horst Schaumann

Es war einmal - so beginnen alle Märchen - ein Schloss in einem wunderschönen Park; und immer an bestimmten Sommerabenden flirrten bunte Lichter durch die Lüfte, getragen von symphonischen, berauschenden Klängen eines großen Orchesters unter Franz Lamprechts Leitung. Doch in diesem Jahr ging alles auf Anfang.

Im Park von Schloss Benrath gab es das erste Mal unter Leitung der Stiftungschefs Stefan Schweizer und Nicolas Maas ein großes Open-Air-Konzert. Dass vieles anders sein würde, konnte schon beim Einlass festgestellt werden. Security-Personal kontrollierte an den Sicherheitsschleusen die Bollerwagen, fragte höflich, aber bestimmt, ob ein Blick und ein Griff in die mitgebrachten Taschen erlaubt sei.

So schön war das Lichterfest am Schloss Benrath 2016 FOTO: Günter von Ameln

Sicherheit Selbst als Pressevertreter musste man zur Eintrittskarte ein Schreiben der Stiftung Schloss und Park Benrath mit sich führen für den Fall, dass man den zugewiesenen Bereich verlassen und umher wandeln wollte. Sicherheit muss eben in diesen Tagen bei Großveranstaltungen leider vorgehen. Und die war gut organisiert.

Besucherzahlen Der bis zum wunderbaren Regenbogen über Benrath noch heruntergekommene Regen hatte wohl eine ganze Reihe von Besuchern zu Hause bleiben lassen. Denn entlang des Spiegelweihers wurden die Picknickwiesen nur zu zwei Dritteln genutzt. Statt - wie bei gutem Wetter - mit 10.000 Besuchern zu rechnen, konnten die Veranstalter nur rund 8000 Unverdrossene zählen.

Besucher und Wetter Wer aber da war, hatte sich gut auf die Witterung eingestellt. Sonnenschirme vom heimischen Balkon wachten darüber, dass ein leichter Nieseldunst die Speisen auf den reichgedeckten Tischen nicht verdarb und den Wein nicht verdünnte. Neu war, dass die mitgebrachten Kerzen und Teelichter aus Gründen des Brandschutzes nicht angezündet werden durften.

Picknickkörbe Zu den Neuerungen im Konzept zählte der Verkauf von Picknickkörben "La vie en France" für diejenigen, die keinen Bollerwagen bewegen wollten. Etwa 50 Körbe (70 Euro) waren im Internet geordert worden. Sie waren bestückt mit je einer Flasche Wein und Wasser, Brot, Käse, verschiedenen Antipasti und Meeresfrüchten. Eine gute Idee.

Lichttechnik 2017 wird es wieder eine Art Vorkonzert geben, damit das Publikum nicht ohne Musik bis zum Beginn des Hauptkonzertes warten muss. Auch die Lichttechnik sorgte für Stirnrunzeln: Die auf der Terrasse Sitzenden wurden vom Weiher her mit allen Scheinwerfern rot angestrahlt wurden.

Musikauswahl Neu war auch, dass kein großes Sinfonie-Orchester Nonstopp mitreißende Ohrwürmer spielte. Unter Christoph Poppen brachte das Kölner Kammerorchester ganze Werke zu Gehör. Klangen bei Griegs "Aus Holbergs Zeit" mit fünf Sätzen die Geigen noch zu scharf und die Bässe zu dünn, so bekam die Tontechnik dies dann in den Griff. Das Zelebrieren ganzer Symphonien ist bei einem Open-Air-Konzert nicht jedermanns Sache. Immerhin ist diese Veranstaltung kein klassisches Konzert im herkömmlichen Sinne.

Musiker Das Orchester musizierte ausgezeichnet, über Vivaldis "Sommer", Mozarts "Sinfonie A-Dur" und "Kleine Nachtmusik" bis hin zum Abschluss mit Händels fünfsätziger "Feuerwerksmusik" und einem grandiosen Schauspiel am Himmel, das mit langem Beifall des Publikums belohnt wurde.

Wasserfontänen Neuerungen gab's einige, die aber nicht immer die Zustimmung der Stammbesucher fanden. So wurde der Blickfang im Spiegelweiher vermisst: Nach der Musik tanzende Wasserfontänen in wechselndem Farbenspiel gab es nicht. "Dies ist der Preis der verbesserten Tontechnik, die wir einem so renommierten Klangkörper wie dem Kölner Kammerorchester schuldig waren", sagt Stefan Schweizer dazu.

Fazit Vieles ist gut am Konzept der Stiftung als neuer Veranstalter, manches sollte 2017 aber noch besser und vor allem kurzweiliger sein.

Quelle: RP
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