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Benrath
Markisenverbot für Eiscafé

Benrath. Weil die Markise des Eiscafés Baldini gegen das Nichtraucherschutzgesetz verstieß, musste sie weg. Von Maximilian Krone

Im Sommer ein kühles Eis. Auch bei Regen war das im Eiscafé Baldini auf der Hauptstraße in Benrath nie ein Problem, bis im April das Ordnungsamt vorbeischaute. Inhaber Max Baldo wurde erklärt, dass er für die seit 20 Jahren genutzte Markise keine Genehmigung besitze, diese somit nicht mehr nutzen dürfe. Auch die Umrandung des Gastbereichs mit einer Art Zaun musste er abbauen. Statt Markise und Zaun stellte er zwei Schirme auf, unter denen jedoch weit weniger Kunden Platz finden. Der Umsatz sei seitdem um 30 Prozent zurückgegangen, sagt Baldo, einer Mitarbeiterin habe er bereits kündigen müssen.

Begründet wurde das Markisenverbot laut Ordnungsamt mit einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Nichtraucherschutzgesetztes. "Ich kann das noch immer nicht verstehen. Mich hat nie eine Anzeige erreicht", sagt Max Baldo. "Die Markise war eingerahmt und zum Teil mit Folien verschlossen. Das war neben dem Aspekt des Nichtraucherschutzes auch wegen der Optik nicht vertretbar", sagt Michael Zimmermann, Leiter des Ordnungsamtes. "An anderen Stellen auf der Straße existieren noch Läden mit Markisen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum ich meine nach 20 Jahren abbauen musste", meint Baldo. Die Zeitspanne, in der die Markise stand, könne die Stadt aber nicht berücksichtigen. "Wenn wir dem einen eine Markise zugestehen, können wir dem anderen keine Genehmigung verweigern", erläutert Zimmermann. Generell würde die Stadt daher gar keine Markisen genehmigen. "Ausnahme sind die Königsallee und die untere Rheinwerft", sagt Zimmermann.

Um einen weiteren Umsatzrückgang zu vermeiden, möchte Baldo nun drei Sonnenschirme aufstellen, so dass die Kunden auch bei schlechtem Wetter ihr Eis oder ihren Kaffee genießen können. "Die Genehmigung hierfür habe ich schon. Allerdings lässt die Stadt, die für weitere Umbauten zuständig ist, auf sich warten", sagt Baldo. Über sechs Wochen warte er nun schon darauf, dass sich etwas tue. "Ich erreiche dort kaum jemanden, mal geht niemand ran, mal ist der zuständige Mitarbeiter im Urlaub." Es geht dabei um die Installation von so genannten Bodenhülsen, in denen die Schirme standsicher befestigt werden. Dies sei laut Ordnungsamt immer dann nötig, wenn es sich um große Schirme handele, die starkem Winden standhalten müssten.

Ersetzen könnten die Schirme die Markise laut Baldo aber nicht. "Unter der Markise hatten 30 Kunden Platz gefunden. Unter den Schirmen werden es nur etwa die Hälfte sein." Für den Sommer sei er aber zuversichtlich, den Umsatz halten zu können. Im Winter sehe es aber alles andere als rosig aus. "Vermutlich muss ich dann einen weiteren Mitarbeiter entlassen." Auch die Aushilfen würden je nach Wetter deutlich weniger arbeiten als sonst. "Das tut mir leid, aber was soll ich da machen?", fragt er sich.

Quelle: RP
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