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Benrath
Mit Schirm durchs Weihnachtsdörfchen

Benrath: Mit Schirm durchs Weihnachtsdörfchen
Viele Menschen nutzten den Sonntag zum Besuch des Weihnachtsdörfchens. FOTO: Andreas Endermann
Benrath. Trotz des ungemütlichen Wetters füllte sich der Weihnachtsmarkt ab dem Nachmittag mit Besuchern. Viele von ihnen waren erstaunt darüber, dass die Geschäfte an diesem Sonntag ebenfalls geöffnet hatten. Von Beate Gostincar-Walther

"Sales", Happy-Day-Preise", "alles muss raus" - am verkaufsoffenen Samstag locken die Benrather Geschäftsinhaber mit Werbeslogans und Rabatten. Das Wetter lockt hingegen gar nicht. Nach "Weißröckchen" am Morgen herrscht zu Beginn der Öffnungszeiten rheinisch-trübes Winter-Regen-Grau. Gedränge gibt es keines, aber es sind erstaunliche viele Leute unterwegs - gewappnet mit Schirm, und Steppjacken. Die meisten wundern sich darüber, dass die Geschäfte geöffnet sind. Weil es doch Sonntag ist. Nur wenige haben wahrgenommen, dass die Gewerkschaft Verdi ihren kurzfristigen Eilantrag zum Verbot der Sonntagsöffnung wegen mangelnder Erfolgsaussichten zurückgenommen hat.

"Die Geschäfte sind ja offen", wundert sich Horst Leven aus Eller, als es das Kommen und Gehen vor dem Schuhgeschäft Tamara sieht. "Wir wollten zum Weihnachtsmarkt, mit Geschäften hatten wir gar nichts im Sinn", erklärt der Herr aus Eller.

Siegfried Hellmann Mitinhaber und Geschäftsführer von "Bernshaus" am Markt grummelt ein wenig: "Das alles hat die Kunden sicher irritiert, und gemeinsam mit dem Usselregen beeinflusst es die spontane Entscheidung für einen Einkaufsbummel." Aber das Weihnachtsdörfchen sei besser gelungen als in den Vorjahren, lobt er.

In der Görresstraße herrscht wenig Betrieb, offenbar weil sie etwas abseits liegt. "Es wäre schöner, wenn alle Geschäfte geöffnet hätten, aber letztlich muss es jeder selber wissen", meint Barbara Broich in ihrem Modegeschäft mit Blick auf das Lego-Geschäft gegenüber, das geschlossen ist. Daniel Nussbaum strebt mit seiner Frau und drei Kindern direkt zum Weihnachtsdörfchen. "Karussell und Glühwein, wir wollen gar nicht einkaufen. Ich bin eher für die Einhaltung der Sonntagsruhe und überrascht, dass die Geschäfte offen sind", findet der Garather.

Gegen 14 Uhr füllt sich im Dörfchen das Kinderkarussell mehr und mehr. In den Geschäften und auf der Hauptstraße wird es ebenfalls betriebsamer. Bei Elanza stöbern Achim Brandt und Kendra Hinnenthal. "Klar wussten wir, dass die Geschäfte heute offen sind, wir lesen die Rheinische Post", sagt der Urdenbacher. Er rüstet sich gerade für das aktuelle Wetter aus und sucht bei den Steppjacken nach der richtigen Eroberung. "Einen Schirm haben wir auch schon gekauft", sagt er mit einem Augenzwinkern. Karoline Katzomb steht bei Bijou Brigitte hinter dem Tresen - alleine. "Aber die Leute kommen schubweise", erzählt die Studentin lächelnd. "Schals, Mützen und Handschuhe werden heute spontan gekauft", ist ihr aufgefallen. Kein Wunder bei dem kalten Wetter. Gegen 16 Uhr ist es voll im Weihnachtsdörfchen auf der Hauptstraße. Gut beschirmt lässt es sich offenbar aushalten.

Melina Schulze, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath ist wegen des Wetters etwas frustriert, aber trotzdem mit dem Tag zufrieden. "Die Leute nehmen die Möglichkeit zum Einkaufen wahr, aber die meisten wollen zum Weihnachtsdörfchen. Es ist insgesamt ein gutes Angebot für unseren Stadtteil."

Quelle: RP
 
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