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Benrath
Mit Wissen und Witz durch die Paulsmühle

Benrath. Bei der Führung von Wolfgang D. Sauer sorgt Anne Wesendonk für Unterhaltung in Düsseldorfer Mundart. Von Anna Girke

Durch die "Angströhre", wie viele den Paulitunnel nennen, vorbei an Presslufthammer- und Bohrgeräuschen auf der Baustelle des Dürer-Berufskollegs bis hin in die erfrischende Kühle des Bunkers. Anne Wesendonk (67), Kabarettistin beim Mundart-Kabarett, und Wolfgang D. Sauer (76), Leiter des Heimatarchives in Benrath, haben sich in ihrer Spaziergangsreihe "Historie und Histörkes" viel vorgenommen. Bei ihrer Führung am Mittwoch durch das Paulsmühlen-Viertel geht es weiter durch die Einsiedelstraße, bis zur Friedenseiche und der Kita am Mönchsgraben. "Ich wohne seit 1938 im Paulsmühlen-Viertel", sagt Gerda Hofacker (80).

Sie ist einer von zirca 40 Teilnehmern. "Es ist interessant, seine Heimat noch besser kennenzulernen", fügt sie hinzu. Elisabeth Schröder (82) hat dort seit 56 Jahren einen Schrebergarten. Beide Frauen interessieren sich vor allem für die Entwicklung des Wohnviertels. "Hier machen so viele Läden zu", sagt Elisabeth Schröder. "Aber ich bin gespannt, was passiert, wenn die Albrecht-Dürer-Schule fertig ist", ergänzt sie.

Für Fragen dieser Art hat Wolfgang D. Sauer stets eine Antwort parat. "Dann kommt Leben in die Bude", erklärt er vor der Baustelle des Berufskollegs. "Niemand nennt dann das Paulsmühlen-Viertel noch 'Schlafstatt'", sagt der Leiter des Heimatarchivs.

Kabarettistin Anne Wesendonk sorgt zwischen den Fakten mit Gedichten, Sprüchen und Witzen in Düsseldorfer Mundart für Abwechslung. Dafür erntet sie viel Applaus. "Es ist schade, dass das Düsseldorfer Platt verloren geht", bedauert eine Zuhörerin. Vor allem die Gedichte, die Anne Wesendonk in der "Angströhre" zum Besten gibt, gefallen den Teilnehmern. Dabei geht es um ein "Bütterke", ein Butterbrot, das einem in der mit Graffiti besprühten Unterführung die Angst nehmen soll. Sowas braucht Gerda Hofacker nicht. "Für mich ist der Paulitunnel keine Angströhre", erklärt die 80-Jährige. "Wenn man so lange hier wohnt, gehört sie einfach dazu".

Genauso wie der Bunker. Auf die Frage, wieso man ihn nicht gesprengt habe, antwortet Franz Pint (84), zweiter Kassierer bei den Paulsmühler Jecken: "Das sind 1,65 Meter breite Wände aus Stahlbeton". Und wenn man die sprengen würde, würde wohl das halbe Paulsmühlen-Viertel zerstört werden. Ein großer Verlust, sowohl für die Bewohner, als auch für Interessierte, die dann auf die kommende Führung im September durch das Wohngebiet verzichten müssten.

Quelle: RP
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