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Benrath
Nachmietersuche für Orangerie ohne Auswirkung auf Ausstellungen

Benrath. Die Ansiedlung der Business School in der Schloss-Orangerie erhitzte damals die Gemüter. Jetzt zieht die private Hochschule auf den Uni-Campus. Von Andrea Röhrig

Bei der gestrigen Zeitungslektüre des Artikels "Neuer Mieter für Orangerie gesucht" ist Barbara Witsch-Winter der Schreck in die Glieder gefahren. Denn der Benrather Kulturkreis will wie gewohnt für seine traditionelle Winterausstellung Mitte Dezember wieder zwei Räume in der Orangerie nutzen. Dafür sei mit der "Business School", die einen Großteil der Orangerie angemietet hat, bereits alles abgesprochen gewesen, sagt die Vorsitzende des Kulturkreises: Die Planungen für die Schau liefen auf Hochtouren. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung 9 hatte die Politik dem Verein erst noch einen Zuschuss über 1000 Euro für die Durchführung der Ausstellung "Eiszeit" zugesprochen.

Nicolas Maas, Kaufmännischer Leiter der Stiftung Schloss und Park Benrath, kann die Vorsitzende des Kulturkreises beruhigen: "Für solche Veranstaltungen wurden die Mietverträge mit der Stiftung gemacht. Die haben also Bestand. Für den Fall, dass es eine Neuvermietung der Orangerie-Räume gibt, werden wir besprechen, ob wir Ausweichflächen haben. Es soll erst einmal alles wie gewohnt weiterlaufen." Neben dem Kulturkreis nutzt unter anderem auch die Künstlervereinigung "Spektrum" die Räumlichkeiten für Ausstellungen.

Für die Winterausstellung des Kulturkreises läuft sowieso alles wie zuvor, da die private Hochschule erst zum Jahresende auszieht. Maas hätte die Business School liebend gerne weiter als Mieterin behalten, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion ausführte. Doch da ein Anteilseigner die Heinrich-Heine-Universität ist, wollte man von der Außenstelle Benrath auf den Uni-Campus ziehen.

Witsch-Winter ist zwar erst seit Mitte des Jahres die neue Vorsitzende des Kulturkreises, gehört diesem aber schon seit 1995 an: "Ich war all' die Jahre konsumierendes Mitglied, da ich als Schulleiterin nicht so viel Zeit hatte, mich in den Verein einzubringen." Aus früherer Zeit kennt sie auch die emotional geführte Diskussion Anfang der 2000er Jahre um die Ansiedlung der Business School in der Orangerie. Die Federführung des Projektes hatte der damalige Kulturdezernent Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der immer noch Kuratoriumsmitglied der Stiftung ist. Damals wurde unter anderem der "NRW Musikfabrik" gekündigt, auch die Volkshochschule hatte die Räume früher oft genutzt. "Ich kann mich noch erinnern, dass der Kulturkreis bis zum Einzug der Business School 2003 dort viele Veranstaltungen hatte", sagt Witsch-Winter. Nicht wenige Benrather fürchteten damals harte Einschnitte im Kulturleben.

Neben der Sorge um den Ausstellungsort verbindet Barabara Witsch-Winter aber auch ein Fünkchen Hoffnung mit dem Leerstand: "Was unserem Verein fehlt, ist eine Heimat. Derzeit ist das mein Wohnzimmer." Wenn sie sich etwas wünschen könnte, dann dieses: "Dass wir einen der fünf jetzt zur Vermietung anstehenden Räume fest für den Kulturkreis nutzen können."

In der Chronik des Benrather Kulturkreis, den es seit 1952 gibt, hat sie nämlich unlängst erst gelesen, welche tollen Veranstaltungen früher einmal alles gab: "Wir hatten die Wiener Sängerknaben da und eine kölsche Band, die damals noch nicht so bekannt war wie heute." Ihr Name: de Höhner.

Quelle: RP
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