| 13.20 Uhr

Benrath
Vielfalt im Schloss zur Nacht der Museen

Nacht der Museen 2016: Vielfalt im Benrather Schloss
Isabella Edvardsson übt im Ostflügel des Schloss Benrath mit Freiwilligen die ersten Walzerschritte ein. FOTO: Olaf Staschik
Benrath. Frauen und Männer üben konzentriert Langsamen Walzer unter Anleitung von Tanzstar Isabella Edvardsson, ein Experte erklärt Bonsaischnitte und ein Feuerschlucker erhellt die Nacht. Von Beate Gostincar-Walther

Vergängliche Kunst auf knapp sechs Quadratmeter, Walzerschritte mit einem Tanzstar, musikalische Ausflüge in die Barock - und Volksmusik, großformatige Bilder von schattigen Bäumen in der Ausstellung "Licht und Wald" oder natürliche Exemplare in Form eines Bonsai, überraschende Zauberkünste oder Schmetterlinge im rasanten 3-D-Effekt. Die Stiftung Schloss und Park Benrath präsentierte zur Nacht der Museen Erlesenes, Ungewöhnliches, Witziges und Traditionelles. Die fantasievolle Vielfalt lockte am Samstag zahlreiche Besucher.

Im Festsaal des Museums für Gartenkunst stehen Tanzbegeisterte in zwei Reihen, so als ob sie irischen Stepptanz aufführen wollen. Isabel Edvardsson, Jurorin der Show "Let's Dance" und selbst Profitänzerin, hat aber anderes im Sinn: den langsamen Walzer. Rund 60 Frauen und Männer üben konzentriert - erst solo, dann paarweise, schließlich mit Drehung und Musik. "Der langsame Walzer hat ein hohes Tempo, man muss die Frackschöße fliegen sehen", erklärt Edvardsson humorvoll Hüftschwung und Takt.

Mit etwas Abstand zum Eingang des Gartenbaumuseums hat Ulle Krass die wohl kleinste Ausstellung dieses Abends platziert: "Phasen". "Maximal drei Personen" steht außen an ihrem Wohnwagen. "Ich fahre mit meiner Kunst zu den Leuten", meint sie vergnügt. Die Künstlerin nutzt für ihre Objekte die Natur. "Mir geht es darum, Spuren der Vergänglichkeit darzustellen", erklärt sie. Für die heutige Nacht gibt es sogar eine eigene Edition: eine zarte Pusteblume geschützt von einer ovalen Glasglocke mit Gravur der Schloss-Ansicht. "Das sind wirklich lustige Ideen", meint Mira Hübner beeindruckt nach einem intensiven Ausflug in die Miniatur-Ausstellung.

Weniger um das Vergängliche, sondern um das Erhaltende geht es im Museum für Gartenkunst. Der Autor und Bonsaifachmann Werner M. Busch - eingerahmt von seinen schönen Bäumen - steht Interessierten Rede und Antwort zur Pflege und zum Schnitt.

Das Schloss ist immer ein Magnet, hier wird getreu der Tradition lustgewandelt. "Ich bin schon gefühlte eintausend Mal fotografiert worden, aber die Leute stellen auch Fragen zur Schlossgeschichte und zu den Räumen", berichtet Rokoko-Dame Alexandra Hinke gut gelaunt.

Unentwegt schieben sich Gäste mit Filzpuschen durch die Räume, die erhabenen A-Capella-Klänge des Hildener Volkalensembles "Voix Mixt" im Ohr. Ursula Terbuyken und ihr Mann lauschen im Kuppelsaal fasziniert dem Gesang. "Wir sind ganz bewusst zuerst hierhergekommen", erklärt die Monheimerin, "weil wir unbedingt ins Schloss wollten." Die Wagenbauhalle zu Jaques Tilly stünde als nächstes auf dem Programm. Auf der Freitreppe zum Schlossweiher hin lässt der Zauberer und Feuerschlucker Guido Höhne nach 22 Uhr glühende Zungen in den nächtlichen Himmel steigen. Die Nacht der Museen ist noch lange nicht vorüber. Zu späterer Stunde wird's noch jazzig

Quelle: RP
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