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Benrath
Nähkurse für Flüchtlings-Frauen

Benrath. Auch im Süden Düsseldorfs gibt es zahlreiche freiwillige Helfer, die sich engagieren wollen, wenn die erwarteten mehrere hundert Flüchtlinge kommen. Eine von ihnen ist Christiane Lott-Hauptstock, Betreiberin des Benrather Geschäfts "Stoff & Schnitt". Von Ilka Kultscher

Die Idee zu ihrem eigenen Hilfsprojekt kam Christiane Lott-Hauptstock, als sie das erste Mal hörte, dass auch in Benrath Flüchtlinge untergebracht werden sollen. "Da muss man doch helfen. Ich finde, dazu haben wir eine Verpflichtung", meinte sie spontan. "Solange der Asyl-Antrag läuft, dürfen die Menschen ja nicht arbeiten." Hierin sieht sie neben den ganzen anderen Schwierigkeiten ein großes Problem für die Neuankömmlinge.

Zur Untätigkeit verdammt zu sein, dass ist für die staatlich geprüfte Modegestalterin, die in einem Fachgeschäft für Stoffe und Nähbedarf Kunden berät, täglich Kurse gibt und bis vor kurzem als Dozentin an der Düsseldorfer Modeschule unterrichtete, offenbar eine schreckliche Vorstellung. An diesem Punkt knüpft sie deshalb mit ihrem geplanten Hilfsangebot an.

"Ich möchte Workshops an der Nähmaschine für die geflüchteten Mädchen ab 13 Jahren und Frauen anbieten", wird sie konkret. Fünf bis sechs Mal dieses Jahr wolle sie dann samstags von 10 bis etwa 18 Uhr zehn Teilnehmerinnen im Umgang mit der Nähmaschine schulen. "Mode mal ganz praktisch", steht dann auf dem Lehrplan der ehemaligen Modeschul-Dozentin.

Sie will mit einem einfachen Schnitt für eine Hose oder Rock anfangen und den Frauen zeigen, wie sie Kleidung selbst ausbessern können. Nachdem sie die Frage: "Wie kann ich helfen?" für sich geklärt hatte, machte sie auf die Suche nach einem für ihr Vorhaben geeigneten Raum.

Dabei kam ihr der Zufall zur Hilfe. Zunächst einmal telefonierte sie stundenlang vergeblich herum. Doch dann hörte sie von einer Teilnehmerin ihrer Nähkurse, dass der wegen baulicher Mängel eine Weile geschlossende Konfirmandensaal der Dankeskirche wieder genutzt werden könne.

Hilfreich für die Benrather Geschäftsfrau war sicher auch, dass sie dort eine alte Bekannte ist. Sie hatte in dem Raum 19 Jahre lang den kreativen Umgang mit Stoff unterrichtet. Schnell und unbürokratisch sei ihr dort geholfen worden, freut sich Lott-Hauptstock.

Nachdem damit die Raumfragegeklärt war, könne sie bereits im Juni mit diesem Projekt starten, bestätigt sie. Unterstützt wird sie dann von Teilnehmerinnen aus ihren Kursen. "Allerdings können gerne noch andere freiwillige Helfer mitmachen." Aktuell sucht sie neben anderen Sachspenden vor allem gebrauchte, funktionsfähige Nähmaschinen. Es sei wünschenswert, dass diese Geräte dann auch in den Flüchtlingsunterkünften stehen, damit die Frauen dort das bei ihr Gelernte anwenden können, erklärt sie.

Quelle: RP
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