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Benrath
Neuer Schulleiter für Schloß-Gymnasium

Benrath. Raimund Millard musste mit seinen Kartons nur ein paar Meter weiter ziehen. Bis Ende Juli leitete er die im selben Gebäude untergebrachte Realschule. Bereits vor zweieinhalb Jahren war Sigrid Belzer in den Ruhestand gegangen. Von Andrea Röhrig

Wenn morgen die Schule wieder beginnt, haben die Lehrer und Schüler des Schloß-Gymnasiums einen neuen Schulleiter, an dessen Gesicht und Namen sie sich nicht erst gewöhnen müssen. Denn Raimund Millard war von August 2009 bis vor wenigen Tagen noch Rektor der städtischen Benrather Realschule, und die teilt sich mit dem Gymnasium den Schulkomplex an der Hospitalstraße.

Und so war der Umzug des 56-Jährigen ein nicht besonders schwieriges Unterfangen. Kisten einpacken und ein paar Zimmer weiter im gemeinsam genutzten Verwaltungstrakt wieder ausräumen. Wobei, dazu ist er noch nicht komplett gekommen - hat er doch erst am letzten Tag im Juli seine Ernennungsurkunde zum 1. August erhalten. Interviewwünsche vor diesem Termin hatte er abgelehnt - nicht, weil er die Öffentlichkeit scheut, sondern weil er verfolgt hat, wie das Verfahren für die Besetzung der Leitungsstelle an diesem renommierten Benrather Gymnasium lief. Millards Vorgängerin, Sigrid Belzer, war bereits am 1. Februar 2013 in den Ruhestand gegangen.

Seit diesem Tag hatte der langjährige Stellvertreter Manfred Heise die Geschäfte kommissarisch übernommen. Da er nicht mehr lange bis zu seinem Ruhestand hat, hat er seinen Hut nicht mehr in den Ring geworfen. Dass er nun trotzdem so lange alles managen musste, das hätte er bei Belzers Verabschiedung nicht gedacht. Seine Schüler freuen sich darüber, dass Heise nun endlich wieder zum Unterrichten kommt. Dafür hatte er nämlich die vergangenen zweieinhalb Jahre keine Zeit mehr gefunden. Um so glücklicher ist er, dass sich die neue Doppelspitze nicht erst aneinander gewöhnen muss: "Wir hatten schon, als Herr Millard noch die Realschule leitete, einen guten Draht."

In einem früheren Bewerbungsrennen gab es zwar einen Bewerber, der fand vor den Augen der abschließend zustimmungsberechtigten Schulkonferenz - ein Gremium aus Lehrern, Schülern und Eltern - keine Gnade. Erst im nächsten Verfahren stieg dann Raimund Millard, der die Gymnasialbefähigung hat, ins Rennen ein. Er habe zunächst gezögert, weil die für das Lehrerpersonal an Schulen zuständige Bezirksregierung normalerweise nicht so durchlässig ist bei der Besetzung von Schulleitungsstellen über die Schulform hinweg.

Millard schaffte es mit einer zweiten Kandidatin bis vor die Schulkonferenz. Seine Antworten hielten jedem kritischen Blick stand und man entschied sich für den Wuppertaler. Jetzt hieß es noch den Erhalt der Ernennungsurkunde abwarten, was auch noch mal seine Zeit dauerte. Jetzt freut er sich darauf, Akzente setzen zu können. "Ich bin der Überzeugung, dass man die Sternwarte an unserer Schule besser nutzen kann", nennt er ein BesipielStudiert hat er Sport und Erdkunde. Mitte der 1990er Jahre sattelte er über eine Qualifikationserweiterung das Fach Mathematik oben drauf. Er wünscht sich noch mehr Kooperationen; das Schloß-Gymnasium hat einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Aber auch den Kontakt zur Wirtschaft will er verbessern. So läuft bald eine Kooperation mit der Firma Terex an. Auch das Unterrichten will er als neuer Schulleiter beibehalten. Zunächst übernimmt er im neuen Schuljahr in der Oberstufe einen Erdkunde-Grundkurs.

Gut laufende Dinge will Millard beibehalten, wie die 67 Minuten dauernde Schulstunde: "Das hat sich bewährt". Eine Neuerung, die mit dem Schuljahr beginnt, haben die Schüler und die Eltern in die Schulkonferenz eingebracht: In den Klassen 5 bis 9 gilt Handyverbot auf dem Schulgelände, die Nutzung in der Oberstufe wird eingeschränkt. Das wird für die 116 Fünftklässler eine Umgewöhnung sein.

Wie in den Vorjahren startet das Gymnasium mit vier fünften Klassen, eine Aufstockung auf fünfzügig, um der Anmeldeflut in Düsseldorf Herr zu werden, hatte Heise gegenüber der Stadt abgelehnt: "Dafür haben wir nicht genug Platz." Denn die versprochene Aufstockung des Gebäudes um ein Stockwerk - die auch ein Wunsch von Raimund Millard ist - lässt auf sich warten. Da diese Maßnahme noch nicht einmal im Masterplan der Stadt mit der Umsetzung der drängendsten Projekte auftaucht, wird das wohl noch länger dauern. "Die Stadt hat gerade das Dach neu gemacht, das hat rund 100 000 Euro gekostet", sagt Heise. Das zeige, dass die Aufstockung dort gerade kein Thema sei.

Quelle: RP
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