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Benrath
Nicht die Sicherheitslage ist ein Problem, sondern das Image

Benrath. Es gibt Vorurteile, die halten sich einfach hartnäckig. Eines ist, dass Garath einer der Stadtteile in Düsseldorf mit der höchsten Kriminalitätsrate ist. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wenn man auf die Zahlen der Polizei schaut. Und die hatte Thomas Decken, seit 1. September 2015 Leiter der Polizeiinspektion Süd, zu seinem Antrittsbesuch in die Sitzung der Bezirksvertretung (BV) 10 mitgebracht. Wie übrigens auch die gute Nachricht, dass wahrscheinlich schon diesen Sommer die derzeit vakante dritte Stelle des Bezirksbeamten-Teams für Garath und Hellerhof neu besetzt werden wird. Von Andrea Röhrig

Im vergangenen Jahr gab es in Düsseldorf 66.937 Delikte im Bereich der Kriminalität - im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 4,75 Prozent. In Garath belief sich der Rückgang bei den Fallzahlen bei einem Aufkommen von 1181 Fällen auf 18,61 Prozent. Bei der Straßenkriminalität (Handtaschenraub, Körperverletzungen, Taschendiebstähle und Sachbeschädigungen) ist das Bild ähnlich. Die Zahl der Delikte ging im Stadtbezirk 10 um 31 Prozent auf 384 Taten zurück. Gesamtstädtisch ist nur ein minimaler Rückgang um 1,5 Prozent zu verzeichnen gewesen.

Aus diesen nackten Zahlen formulierte BV-Mitglied Christiane Sieghart-Edel (SPD) ihre Gefühlslage: "Ich steige lieber nachts in Garath aus der S-Bahn als in Benrath."

Es gebe objektiv nichts, worauf sich dieser schlechte Ruf zurückführen lasse, sagte Decken und bot den Bezirkspolitikern seine Mithilfe dabei an, wie man gegen diesen vorgehen könne: "Dabei können Sie auf mich zählen." Vor allem bei der SPD lief Decken dabei offene Türen ein. Dort denkt man über einen Projekttag nach. Aber nicht nur bei der SPD ist die Verbesserung des negativen Rufs des Stadtteils ein Thema, auch innerhalb des Stadtförderprogramms "Garath 2.0" ist die Imageverbesserung ein wesentlicher Bestandteil. Doch wie der aktuelle Stand dieses von Oberbürgermeister Thomas Geisel initiierten Programms ist, erfuhr das Gremium in seiner jüngsten Sitzung erstmal nicht. Den einstimmigen Antrag aus der BV, dass die Fachverwaltung in jeder Sitzung des Stadtteilparlamentes - also auch in der am Dienstag - über den Fortgang der Planungen und den aktuellen Diskussionsstand zum Projekt "Garath 2.0" berichten soll, fegte die Verwaltung vom Tisch. Sie teilte schriftlich dazu mit, dass sie diese Informationen bei der nächsten Sitzung des Beirates geben werde. In diesem ist je nach Wunsch die gesamte Bezirksvertretung präsent.

Doch dieser Vorschlag kam bei den BV-Mitgliedern gar nicht gut an. Sieghart-Edel wies darauf hin, dass bei einer Information zu dem Projekt in der öffentlichen BV-Sitzung die Bürger die Möglichkeit hätten, Neues über das Projekt zu erfahren. Durch eine solche Vorgehensweise der Verwaltung, werde der Bürger über die BV 10 abgemeiert. Auch Bezirksbürgermeister Uwe Sievers findet diese Antwort der Verwaltung "sehr befremdlich" und hält sie für einen "unmöglichen Stil". Unterstützung bekam er bei dieser Sichtweise von Klaus Mauersberger (CDU). Jetzt soll auf Vorschlag von Ratsmitglied Uwe Warnecke, der als beratendes Mitglied für die Grünen in der BV 10 sitzt, geprüft werden, ob nicht kurzerhand die nächste Beiratssitzung, die im Juni sein soll, öffentlich abgehalten werden kann.

Quelle: RP
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