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Benrath
Pläne für Hochwasserschutz vorgestellt

Benrath. Eine Kombination aus Mauer und flexiblen Elementen soll die Häuser am Rhein im Falle eines Hochwassers absichern. Von Ina Armbruster

"Der Deich ist praktisch fertig, wenn auch nur auf dem Papier". Die Begrüßung von Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf sorgte für Gelächter bei den Zuhörern. Schließlich warten die Rhein-Anlieger in Benrath bereits seit dem letzten Hochwasser im Jahr 1995 darauf, dass sich in Sachen Hochwasserschutz etwas tut. Nun nimmt das Projekt konkrete Formen an. Kornelia Keilig, Kristian Lütz und Claus Rolfs vom Stadtentwässerungsbetrieb stellten im Benrather Rathaus die Pläne für den Hochwasserschutz vor.

Das Diepental soll demnach sogar gegen so hohes Hochwasser abgesichert werden, wie es noch nie vorkam. Der Pegel des Rheins beim höchsten bisher gemessenen Hochwasser lag bei 11,10 Metern, die Häuser sollen nun bis zu einer Höhe von 11,75 Metern abgesichert werden. "Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, liegt bei einem Mal in 350 Jahren", erklärte Lütz. In diesem Fall würden allerdings - ohne die geplante Sicherung - große Teile von Benrath und sogar Teile von Holthausen unter Wasser stehen. Dieses Szenario soll die neuen Maßnahmen verhindern.

Los geht der neue Hochwasserschutz an der Pigagealle. Bis zum Wasserturm soll in der Straße Benrather Schlossufer ein Schutzwall entstehen. Der Clou: Die benötigte Mauer, die einem eventuellen Abrutschen des Hangs standhalten muss, wird zwölf Meter tief in die Straße eingelassen. An dieser Mauer werden Halterungen befestigt. Diese sind nötig, um im Notfall mobile Schutzelemente daran anbringen zu können. Sollte ein Hochwasser angekündigt sein, können die Mitarbeiter der Stadt also dank der vorhandenen Mauer innerhalb von wenigen Stunden einen stabilen Schutzwall aus Alu-Elementen errichten. "Die Straße wird nach den Baumaßnahmen wieder ganz normal befahrbar sein. Diese Vorrichtungen sind für den Laien kaum erkennbar", sagte Keilig.

Dort, wo keine Autos mehr fahren - zwischen Wasserturm und Bonner Straße - wird der Hochwasserschutz etwas anders aussehen. An dieser Stelle wird es ebenfalls eine unsichtbare Mauer im Boden geben - aber auch eine sichtbare. Wo bisher ein Grünstreifen den Radweg vom Fußweg trennt, soll eine Mauer zwischen 65 und 116 Zentimetern Höhe entstehen. "Wir haben sehr darauf geachtet, dass sich die Aussicht der Anwohner durch die Mauer nicht verändert", betonte Keilig. Allein diese Mauer dürfte in den meisten Fällen bereits eine Überflutung des dahinter liegenden Gebietes verhindern. Sollte das Wasser allerdings noch weiter steigen, kann auch auf diesem Abschnitt die Mauer mit mobilen Elementen erhöht werden - und sogar vor Hochwassern über 11,75 Metern schützen. Die Linie, an der überhaupt ein Hochwasserschutz entlang des Rheins errichtet werden kann, war quasi vorbestimmt, so Keilig: "An den anderen Stellen liegen bereits Wasserrohre und Stromleitungen."

Ein Konzept, das nicht alle Anwohner überzeugte. Einige würden gerne auf die Mauer verzichten und komplett auf die mobilen Alu-Elemente setzen. Sie fürchten, dass die Mauer durch Graffiti verunreinigt oder bei schönem Wetter als Sitzgelegenheit genutzt wird. Ein Hochwasserschutz ohne Mauer, stelle allerdings ein logistisches Problem dar, erklärte Keilig: "Mit der derzeitigen Planung lassen sich die mobilen Elemente innerhalb von etwa 16, 17 Stunden aufbauen. Je mehr mobile Elemente wir vorsehen, desto schwieriger wird die Lagerung und der logistische Aufwand beim Aufbau." Schließlich sei Benrath auch nicht die einzige Stelle in Düsseldorf, an der im Notfall die Schutzwand aufgebaut werden müsse. Die Pläne sind jetzt zwar fertig, bis Baubeginn werden aber wohl noch vier, fünf Jahre vergehen. Die Bauzeit selbst soll etwa ein Jahr betragen.

Quelle: RP
 
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