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Benrath
Realschüler erinnern an Benrather Synagogenbrand

Benrath. Mit Kerzen, Blumen und Informationen zu den Geschehnissen am 9. November 1938 startete der Gedenkgang von Schülern der 10. Klasse der Realschule Benrath. Sie hatten sich im Religionsunterricht bei ihrer Lehrerin Margarete Preis mit der Verfolgung jüdischer Mitbürger in Benrath beschäftigt und dazu mit Wolfgang D. Sauer vom Heimatarchiv zusammen gearbeitet. "Während in Deutschland am 9. November 1938 die Synagogen brannten, war das in Benrath erst einen Tag später und vormittags der Fall", erklärt Sauer. Von Simona Meier

Schüler Tobias Schäfer beschreibt an der Friedhofsstraße 11, dass die Feuerwehr zwar vor Ort war, aber nur, um die "arischen Häuser" in der Nachbarschaft zu schützen. Er zeigt eines der wenigen Fotos, die es davon gibt. Fotografieren war damals bei Strafe verboten. Schon in der Nacht zuvor wurden Wohnungen und Geschäfte der Juden gestürmt. Möbel landeten aus der zweiten Etage auf dem Bürgersteig. "Damit wurde makabererweise dann das Martinsfeuer angezündet", sagt Wolfgang D. Sauer.

Die Schüler präsentieren vor Ort anschaulich die Ergebnisse ihrer Arbeit. "Es ist sehr interessant und man sollte die Zeit nicht vergessen", stellt Tobias Schäfer fest.

Unter dem Motto "Früher brannten die Synagogen, heute brennen die Flüchtlingsheime", hatte sich der Religionskurs dem Thema in mehreren Wochen genähert. Die Schüler beschäftigten sich auch mit der Geschichte einzelner Verfolgter, für die in Höhe der Hauptstraße 46 drei Stolpersteine angebracht sind.

Polina Grigorovskaja erinnert an die Verfolgten. "Hier wohnten damals Walter Eichenwald, Paul und Helene Blumfeld", berichtet sie. Ihnen allen war zunächst 1939 die Flucht in die Niederlande gelungen. Dort wurde Walter Eichenwald dann im Juni 1943 von den Nazis entdeckt und mit seinem Schwager Paul Blumenfeld ins KZ Sobibor deportiert und dort ermordet", erklärt Polina den Zuhörern beim Gedenkgang durch Benrath. Helene Blumenfeld starb im Oktober 1944 in ihrem Versteck in den Niederlanden an Insulinmangel. Sie war starke Diabetikerin.

Quelle: RP
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