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Benrath
Realschule Benrath feiert 50-Jähriges

Benrath. Die Wurzeln der Schule, die inzwischen im Schulzentrum an der Hospitalstraße beheimatet ist, liegen an der Telleringstraße - im heutigen Benrather Bürgerhaus. Gestern wurde mit einem Festakt das Jubiläum gefeiert. Von Beate Gostincar

Dass die Realschule Benrath 1966 in der damaligen Badeanstalt und dem späteren Bürgerhaus an der Telleringstraße gegründet wurde, ist ein Zeichen für den Wandel der Zeit: Damals drückten dort noch 232 Schüler die Schulbank, heute sind es knapp 700 - darunter Kinder und Jugendliche aus nicht weniger als 30 Ländern.

Der Anlass, das Gestern dem Heute gegenüberzustellen, ist das 50-jährige Bestehen der Realschule. Auch die pädagogische Entwicklung und die Verbundenheit zum Stadtteil und den Nachbarn ließen Schulleiter und Gäste gestern Mittag Revue passieren. Lehrer und Schüler feierten mit zahlreichen geladenen Gästen ein buntes, lebhaftes Programm in der Aula des Schulzentrums in der Hospitalstraße.

"Bewährtes weiterentwickeln - Zukunft gestalten", unter diesem Motto stehen die Projekttage, die Feierstunde und das große Schulfest am heutigen Samstag. "Wir leben unser Motto", unterstreicht Schulleiter Norbert Erven in seiner Rede. "Das Telefon hatte damals noch eine Schnur, und eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den VW war nicht nötig", beschreibt der Schulleiter die alten Zeiten und entlockt damit vielen (älteren) Zuhörern ein Lächeln. Doch er wird auch ernst, als es um die Herausforderungen der neuen Zeit geht. Die individuelle Förderung werde inzwischen groß geschrieben, die Inklusion umgesetzt, in diesem Jahr seien "über Nacht ohne Vorwarnung" elf Kinder aus verschiedenen Ländern gekommen, so genannte "Seiteneinsteiger", die nicht schreiben und lesen konnten. Nun gelte es, sie zu integrieren. "Wir Deutschen sind heute ein Global Player, und unsere Kinder sind vorurteilsfreier als die meisten Erwachsenen", lobt Erven seine Schüler. Diese bereichern das Programm: Eine Hip-Hop-Einlage lässt die Bühne beben, ein Sketch stellt dar, wie per Gen-Mix der stromlinienförmige Realschüler entsteht. Auch das Mikro für die Moderation bleibt in versierter Schülerhand.

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Udo Skalnik lobt die starke Verbundenheit der Realschule zum Stadtbezirk sowie zu Nachbarn und Förderern. "Die Schule vermittelt Lebensmut. Kindern wird nicht nur Bildung vermittelt, sondern auch soziale Kompetenz", hebt Skalnik einen für ihn wichtigen Schwerpunkt hervor. Sein Wunsch für die Zukunft ist, die föderalen Schranken abzubauen und ein einheitliches Schulsystem zu schaffen.

Zum Abschluss singen Mädchen und Jungen der Klasse 6 einen Song von der Kölner Kult-Band Bläck Fööss - ins Hochdeutsche übersetzt. "Es könnte unsere Schulhymne werden", meint Norbert Erven schmunzelnd. "Ich bin Grieche, Türke, Jude, Moslem und Buddhist, doch vor allem bin ich Mensch", klingt es durch die Aula. Dazu laufen Bilder von Flaggen aus aller Herren Länder über die Leinwand. "Hier wollen wir sein, wir Kinder am Rhein", singen die Kinder zum Ausklang des Festaktes.

Quelle: RP
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