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Benrath
RRX ein Problem für Kranauslieferung

Benrath. Terex hat eine Machbarkeitsstudie zur Tieferlegung der Bahn-Unterführung Bamberger Straße in Auftrag gegeben. Von Andrea Röhrig

Es ist ein schier unendliches Thema, das regelmäßig bei Gesprächen zwischen der in Benrath ansässigen Industrie und dem jeweiligen Stadtoberhaupt auf den Tisch kommt: Eine Tieferlegung der Bahnunterführung an der Bamberger Straße, weil dort kein Schwerlastverkehr drunterher passt.

Wobei nicht der Umbau an sich das Problem ist, sondern bislang vielmehr, wer für die Kosten aufkommt. Und so führt der Weg zum Reisholzer Hafen, wo unter anderem Terex seine Hafenkräne in die Welt verschiffen lässt, seit Jahr und Tag dazu, dass rund 20 Minuten in der Nacht der Bahnverkehr still steht. Die Bahn legt die Oberleitung höher und schaltet den Strom ab. Dieses Prozedere wiederholt sich nahezu Woche um Woche.

Doch das wird nur noch so lange möglich sein, bis der Schnellzug RRX über die Gleise rollt. Nach der Errichtung eines neuen elektronischen Stellwerks für den RRX werde die seit Jahrzehnten praktizierte Gleisüberquerung an der Bamberger Straße für die Schwertransporte in den Reisholzer Hafen rechtlich und technisch nicht mehr zulässig sein, heißt es in einer Informationsvorlage für den am Donnerstag tagenden Aussschuss für Wirtschaftsförderung. Weiter heißt es dort: Verwaltung, Deutsche Bahn AG und die Firma Terex seien in engen Kontakten, um eine sachdienliche Ersatzlösung zu finden.

Die Prüfung von Umfahrungsmöglichkeiten, um über andere Straßenzüge zum Hafen zu gelangen, ist laut Stadt negativ verlaufen. Da die Bahnquerung für das Unternehmen Terex eine zwingende Standortvoraussetzung sei, habe es aktuell eine Machbarkeitsstudie für eine Vertiefung der Bahnunterführung in der Bamberger Straße bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben. Die Rede ist von Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro. Sobald die Ergebnisse vorlägen, komme Terex auf die Stadt zu, heißt es in der Vorlage für die Politik weiter. Und: Die Deutsche Bahn, die Stadt und Terex seien sich einig, "eine eventuelle Baumaßnahme an der Unterführung in der Bamberger Straße in enger gegenseitiger Abstimmung durchzuführen".

Bislang hat die Stadt den Standpunkt innegehabt, dass sie sich nicht an den Kosten beteiligen will. 2004 hatte der damalige Oberbürgermeister Joachim Erwin deutlich gemacht: "Wir helfen, wo wir können, aber die Stadt kann die Kosten für die Absenkung der Bamberger Straße und den Umbau der Unterführung nicht übernehmen." 2008 hatte die damals in der Opposition befindliche SPD einen Antrag gestellt, dass die Stadt die Unterführung tiefer legen soll. Dem wurde damals nicht entsprochen. Daran erinnerte gestern Walburga Benninghaus, damaliges Ratsmitglied für die SPD und heute Landtagsabgeordnete. Sie fordert von allen Beteiligten eine zeitnahe Lösung ein: "Wenn der RRX kommt, gibt es nicht mehr die Möglichkeit, die Oberleitungen höher zu hängen", sagte Benninghaus: Dieses sei zudem unabhängig davon, ob in Benrath noch nachträglich ein Haltpunkt für den Schnellzug eingerichtet werde. Deshalb sei Eile geboten.

Ab 2018 soll der Schnellzug in fünf Regionallinien zwischen Aachen, Köln und dem Ruhrgebiet verkehren. Wann genau die Strecke zwischen Köln und dem Ruhrgebiet - über Düsseldorf - bedient wird, steht noch nicht genau fest. Gestern haben die Betreiber des RRX, Abelio Rail NRW und National Express Rail, den Vertrag mit dem Land und den Verkehrsverbünden geschlossen.

Bei Geisels Antrittsbesuch Anfang August bei der Firma Terex an der Forststraße war der Ausbau der Unterführung ein Thema gewesen. Er sei zuversichtlich, dass sich Bahn, Stadt und das Unternehmen hinsichtlich der Kostenaufteilung einigen würden, hatte Geisel zwei Wochen später beim Benrather Bürgerdialog berichtet.

Quelle: RP
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