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Benrath
Schüler des Schloßgymnasiums bringen Leben in den Museumshof

Benrath. Am Freitag feiert die "ArtNight" Premiere. Das Schloßgymnasium veranstaltete diese in Kooperation mit der Stiftung Schloss und Park Benrath. Von Beate Gostincar-Walther

Im Innenhof des Gartenkunstmuseums tobt am Freitagabend das Leben: Schüler, deren Angehörige, Lehrer und jede Menge Kunst. Das Schloßgymnasium veranstaltet in Kooperation mit der Stiftung Schloss und Park Benrath die erste "ArtNight". Museum und Kunst gehören zusammen, doch eine Ausstellung von Kindern - das ist Premiere. Kunstpädagogin Anka Beer lobt Motivation und Kreativität ihrer Schüler: "Die Arbeiten sind in unserer nüchternen Schulatmosphäre entstanden und erwecken jetzt den Raum hier zum Leben."

Die Veranstaltung findet ihren Ausdruck nicht allein durch die Malerei - Tanz, Rap, Musik und Aktionen ergänzen das Programm. Ideen und Objekte der Zwölf- bis 18-Jährigen entstanden im Schuljahr in zehn verschiedenen Kursen. Bei der Eröffnung in der Kapelle verbinden sich Schüler mit Klavier und Geige zur Klassik, Gesang und Gitarre zum fetzigen Pop; eine Solo-Tanzperformance und ein Kunst-Rap runden die lebhafte Eröffnung ab. Ebenfalls in der Kapelle sind großformatige Industrie-Fotografien platziert, die bei einer Besichtigung der Firma Terex entstanden.

Im Innenhof präsentiert sich farbenfroh und facettenreich eine Open-Air-Ausstellung mit mehr als 300 Objekten. Vor einem eindrucksvoll kopierten Bild von Claude Monet steht sein Zitat: "Ich würde gerne so malen, wie ein Vogel singt". Dazwischen finden sich "Augenblicke". Ausdrucksstarke gemalte Augenpaare - mal mit tiefer Zornesfalte, mal verträumt, mal im Comicstil. Farbenfrohe Fantasie-Figuren, filigrane Papierschnitte, zarte Aquarelle - die Vielfalt ist so reich, wie die Zahl der jungen Künstler, die das Ambiente genießen.

Jule imponieren besonders die 3-D-Bilder: Originelle Reliefarbeiten mit optisch verblüffender Wirkung. Malima hingegen ist beeindruckt von modellierten Wachsknoten und Holzobjekten. "Alles hat seine eigene Note", meint sie fasziniert. Mitten im Innenhof malt Lasse Lüth konzentriert an einem Original, das der Gewinner einer Verlosung nach Haus trägt. "Ich kann keine Menschen malen", meint der Zwölfjährige. Robot-Art, das sei sein Stil. Mit sicherer Hand und Filzstift entsteht eine Mischung aus Maschine, Ritter und Mensch. Lasses Eltern sind begeistert mitten im Trubel. "Ich finde es wichtig, dass Kinder hier ausstellen, sie sind genauso gut wie Erwachsene", meint Charlotte Lüth.

Gegen Fremdenfeindlichkeit richtet sich eine Luftballonaktion. "Während des Kunstunterrichts sprachen wir darüber, dass die Akzeptanz für Flüchtlinge nicht groß genug ist", erklärt Anka Beer. Deshalb schicken die Schüler Luftballons mit Sprüchen in den Himmel. Auf einem steht: "Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Nazi ist es andersrum."

Quelle: RP
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