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Benrath
Schüler werden zu Sanitätern ausgebildet

Benrath. Jeden Mittwoch sitzt eine Gruppe Schloß-Gymnasiasten in einer Arbeitsgemeinschaft freiwillig nach. Die wird von Lehrer Gregor Quellmann und vom Deutschen Roten Kreuz betreut. Von Pia Steckelbach

"Jemand ist im Sportunterricht gestürzt und hat sich den Knöchel verstaucht, was machen wir jetzt?" Wenn Lehrer Gregor Quellmann seinen Schülern aus der Sanitäter-Arbeitsgemeinschaft eine Aufgabe gibt, wissen alle sofort, was zu tun ist. Schließlich trainieren sie für den Ernstfall. Die 13-jährige Rada schnappt sich Freundin Eva als Versuchsobjekt und legt ihr kurzerhand einen Verband an. Dafür braucht sie weniger als zwei Minuten. Kühlpack oben drauf und fertig ist die Versorgung ihrer Patientin. Währenddessen kleben sich Henri und Nicolas gegenseitig fachmännisch Pflaster um die Daumen, so wie sie es bei einer echten Schnittverletzung machen würden.

Wie das geht, lernen sie in der AG, in der sie zu so genannten Schulsanitätern ausgebildet werden. Gregor Quellmann bringt ihnen bei, wie sie schnell bei Verletzungen im Schulalltag helfen können. Etwa bei Ohnmachtsanfällen, Atemproblemen oder offenen Wunden. Zehn Schüler der siebten Klasse treffen sich einmal pro Woche in der AG. Sie proben aber nicht nur den Ernstfall, sondern lernen auch medizinische Fachbegriffe kennen und kontrollieren die Verbandskästen in der Schule.

Das Projekt der Schulsanitätsdienste wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) unterstützt. In Düsseldorf nehmen bereits 19 Schulen an dem Programm teil. Die Schüler des Schloß-Gymnasiums finden es wichtig, ihren Mitschülern im Notfall helfen zu können. "Ich will mich für meine Mitmenschen einsetzen", sagt Rada. Und die zwölfjährige Silvana findet: "Je früher man anfängt, desto weniger vergisst man später wieder".

Die Ausbildung zum Schulsanitäter dauert insgesamt ein Schuljahr. Anschließend werden die Kinder in wöchentliche Dienste eingeteilt und müssen sowohl im Unterricht als auch in den Pausen abrufbar sein, falls es in der Schule einen Notfall gibt.

Die Sanitäter, die gerade in Bereitschaft sind, tragen zur Erkennung rote Shirts mit dem Schriftzug "Schulsanitäter" und sind über Notfallhandys erreichbar. Gregor Quellmann sieht darin eine Entlastung für ihn und seine Lehrer-Kollegen, die im Krankheitsfall eines Schülers ihren Unterricht weiterführen können. Er selbst hat eine gesonderte Ausbildung absolvieren müssen, um sich für den Sanitätsunterricht zu qualifizieren.

Dass die Schulsanitäter gebraucht werden, hat sich bereits gezeigt. Auch im vergangenen Schuljahr hat Quellmann eine Gruppe ausgebildet. Einige Sportverletzungen und Schürfwunden haben seine Schüler schon behandeln können. Auch die jetzigen angehenden Schulsanitäter sind mit viel Leidenschaft dabei und nehmen ihre Rolle ernst. Immerhin: Für die AG bleiben sie freiwillig am Nachmittag in der Schule.

In Zukunft plant Lehrer Quellmann, mit ihnen auch mal an den Wochenenden an Seminaren des DRK teilzunehmen, um mit sie anderen Schulsanitätern zusammenzubringen. Das wäre für Silvana, Rada und die anderen eine tolle Erfahrung. Rada ist immer besonders eifrig bei der Sache. Sie weiß: Später will sie einmal Medizin studieren. Da ist der Schulsanitätsdienst eine gute Vorbereitung.

Quelle: RP
 
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