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Benrath
Schüler wollen Papier sparen

Benrath: Schüler wollen Papier sparen
Dominik (13/v.l.), Lehrerin Lisa Loktev-Ehresmann, Dominik (16), Moritz (16) präsentieren einige ihrer Upcycling Produkte, mit denen sie den Umweltpreis gewonnen haben. FOTO: Anne Orthen
Benrath. Die Schüler der Karl-Tietenberg Schule bekamen für ihr kreatives Projekt zur Papierverwertung den Umweltpreis der Stadt verliehen. Nachhaltigkeit ist für sie längst ein Thema der Leidenschaft geworden. Von Silja Thoms

Die Lehrer der Karl-Tietenberg-Schule werden von nun an beim Kopieren kontrolliert. Ein Zähler speichert die Menge der kopierten Seiten und damit auch, wie viel Papier dadurch verbraucht wird. Eine Kontrollmaßnahme der Schulleitung ist das aber nicht. Es sind die Acht- bis Zehntklässler aus dem Wahlpflichtfach Naturwissenschaften, die die Anzahl der kopierten Seiten überprüfen. Und das ist ganz schön viel Papier.

Gemeinsam mit Lehrerin Lisa Loktev-Ehresmann entwickelten sie ein Projekt zur Aufklärung über Papierverbrauch, Müll und Mülltrennung. Das Projekt unter dem Motto "Papierverbrauch - ein schlechter Brauch" ist mit Erfolg gekrönt. Oberbürgermeister Thomas Geisel verlieh jetzt den Umweltpreis an die Schüler, sowie an drei weitere Schulen, an den Tauschring und an die Initiative "Foodsharing".

"Das war für uns alle sehr überraschend, aber auch ein Zeichen dafür, dass sich unsere Arbeit wirklich gelohnt hat", sagt Lehrerin Loktev. "Dabei dachten wir, dass das Projekt gar nicht zum Thema passt". Das Thema des Umweltpreises lautete "Vermeiden, verwerten, veredeln" und das passte offenbar sehr gut. Denn ein Konzept zur Verwertung von Papier hatten die Schüler, und das wollten sie so vielen Mitschülern wie möglich nahebringen.

"Wir verkaufen Schnellhefter aus umweltfreundlichen Papier in den Pausen", erzählt Dominik (13). "Und wir haben Plakate gemalt, auf denen ein Papierstapel bis zum Mond reicht", fügt Moritz (16) hinzu. Auch vor dem Fach Kunst macht das Thema keinen Halt. Die Schüler basteln Tüten, Schüsseln, Automodelle - und das alles aus Papier. "Das Ganze nennt sich Upcycling", sagt die Pädagogin Loktev.

Als sie sich die Zahlen zum Papierverbrauch in Düsseldorf, Deutschland und Europa angesehen haben, sei das für die Schüler erst einmal schockierend gewesen. Doch das Thema polarisierte. Schnell fanden die Schüler eigene Ideen, wie der Papierverbrauch reduziert werden könnte. Dazu bekam der Kursus Besuch der Verbraucherzentrale. Gelernt haben die Schüler dort, Papier zu schöpfen und zu recyclen.

"Und ganz wichtig: Die Rückseite des Papiers muss auch immer benutzt werden", sagen die Schüler des Projekts. Bei einer Expedition ins Sekretariat fanden sie das Symbol eines Blauen Engels auf der Papierverpackung. Der Blaue Engel als Siegel steht für umweltschonende Produkte. Das Bio-Papier war in der Schule also schon vorhanden. Doch auf sparsames Kopieren müsse trotzdem geachtet werden.

"Das Projekt hat sogar Einfluss auf das Sekretariat", sagt Schulleiter Peter Mages lachend, "wir bekommen Ärger, wenn wir nicht doppelseitig kopieren". Doch was ist nun mit den Plastikschnellheftern? "Schließlich haben wir uns auch mit dem Plastikmüll auseinandergesetzt und was der für Auswirkungen auf die Umwelt hat", sagt Loktev. Daher kamen die Kinder und Jugendlichen auf den Schnellhefter-Verkauf. Obwohl der Verkauf erst schleppend anlief, blieben sie bei der Idee. Infoveranstaltungen, Präsentationen und Plakate sollten die Mitschüler über das zur Leidenschaft gewordene Thema aufklären. Sogar mit einem Losgewinn wollten sie ihre Mitschüler überzeugen. "Das war alles ganz schön viel Arbeit", erzählt Smaha (16).

Mittlerweile ist der Kursus neu gemischt und nicht alle Anfangsmitglieder konnten dabei bleiben. Aber einige von ihnen engagieren sich noch. Genauso wie die vielen neuen kreativen Köpfe, die den Kurs erweitern. Obwohl einige nur zufällig reingerutscht sind; bereut haben sie den Einsatz für die Umwelt nicht.

"Mir macht es Spaß, mich für die Umwelt einzusetzen", sagt Dominik (16). Da stimmen ihm alle anderen zu. Das Projekt ist noch lange nicht zu Ende. Denn nun müssen die Schüler überlegen, was sie mit dem gewonnenen Geld in Höhe von 750 Euro anstellen. Sie können auf viele Ideen zurückgreifen. Vielleicht ein Fairtrade-Automat für die Schule.

Quelle: RP
 
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